Vereine vorstellen 21. August 2026

Diedrich Kleen von Mensch fair tier e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Der perfekt gestutzte Rasen glänzt im Abendlicht, als hätte Wimbledon ein Gastspiel im heimischen Vorgarten gegeben. Lautlos zieht ein Mähroboter seine Bahnen, zuverlässig, effizient, rund um die Uhr. Doch sobald es dunkel wird, erwacht ein anderer Gartenbewohner: der Igel. Auf der Suche nach Käfern und Würmern rollt er sich bei Gefahr zusammen – ein Reflex, der ihm gegen rotierende Klingen zum Verhängnis werden kann. Tausende Schnittverletzungen pro Jahr an Wildtieren, so das Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung, zeigen, wie aus Komfort ein gesellschaftliches Problem wird. Genau hier setzt Mensch fair tier e.V. an. Im „Trude Kuh“ TV-Studio erläutert Vorstandssprecher Diedrich Kleen, warum Tierschutz lange vor dem Notfall beginnt – bei Alltagsentscheidungen, politischen Weichenstellungen und der Frage, welchen Wert ein Tierleben in einer immer bequemeren, schnelleren, effizienteren Gesellschaft besitzt. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Vom Nachtfahrverbot bis zur Aufklärung: Warum Tierschutz früher beginnt

Mensch fair tier e.V. aus Bonndorf im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg engagiert sich bundesweit – von Nutztieren wie Kälbern, Schweinen und Hühnern über Wildtiere bis zu Katzen und Igeln. Ein Schwerpunkt der aktuellen Arbeit: Mähroboter, die nachts unbeaufsichtigt fahren. Igel verfügen nicht über einen Fluchtinstinkt, sie rollen sich bei Gefahr ein – eine fatale Kombination mit autonomen Klingen. Diedrich Kleen erlebt in Gesprächen, dass viele Besitzerinnen und Besitzer das Risiko schlicht nicht kennen. Genau deshalb setzt der Verein auf Aufklärung: Tierschutz beginnt nicht erst, wenn ein verletztes Tier gefunden wird, sondern bei den Bedingungen, die Menschen für Tiere schaffen.

Ein starkes Signal setzte eine Petition, die mit mehr als 6600 Unterschriften den Landtag in Niedersachsen erreichte. Im November wurde Diedrich Kleen vom Petitionsausschuss eingeladen, erläuterte das Ausmaß der Verletzungen an Wildtieren und zeigte Wege auf, wie ein landesweites Nachtfahrverbot rechtskonform umgesetzt werden kann. Im Mai folgte die Vorstellung vor dem Landwirtschaftsausschuss, inklusive Stellungnahme. Seither wird beraten – die Anmerkungen des Vereins fließen in die aktive Prüfung ein. Rechtlich, so betont Diedrich Kleen, braucht es nicht zwingend neue Gesetze, denn das Bundesnaturschutzgesetz schütze bereits Wildtiere; es müsse angewendet werden. Viele Kommunen haben Nachtfahrverbote erlassen, Klagen von Herstellern sind ihm keine bekannt.

Gegenwind, Pragmatismus und Chancen für Innovation

Was spricht gegen ein Nachtfahrverbot? In Diskussionen hört Diedrich Kleen häufig das Argument, tagsüber spielten Kinder auf dem Rasen, daher solle der Roboter nachts fahren. Andere pochen auf Eigentumsfreiheit. Politik wiederum befürchte teils rechtliche Auseinandersetzungen mit Herstellern. Dabei eröffnet die Situation eine Chance: ein echtes Tierschutz-Siegel für Mähroboter, die nachweislich Igel und Kleinsäuger nicht verletzen – ein Innovationsschub wie einst der Airbag in der Autoindustrie. Wer ein solches Ziel erreicht, könnte Marktführer werden. Aus Sicht des Vereins ist das eine Win-win-Perspektive, bei der Verbraucherschutz, Tierwohl und Herstellerinteressen zusammenfinden.

Tiertransporte: Wenn Bequemlichkeit zur Systemfrage wird

Neben Wildtierschutz gehört die Kritik an Tiertransporten in Drittländer zu den Kernthemen des Vereins. Die Realität der langen Transporte über Tage und Wochen, ohne geltendes EU-Tierschutzrecht im Zielgebiet, steht im krassen Gegensatz zu den Bildern glücklicher Tiere in der Werbung. Diedrich Kleen argumentiert, dass viele dieser Transporte in Ländern enden, in denen Zuchtbedingungen klimatisch nicht realistisch sind; de facto gehe es oft um betäubungslose Schlachtung. Die Ursache dafür sieht er in massenhaftem Konsum und Überproduktion. Kühe geben nur Milch nach der Geburt eines Kalbes – diese Kälber sind in der Logik der Industrie häufig „Abfall“, preislich kaum etwas wert und werden früh in die Mast verbracht oder exportiert. Genau hier setzt die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins an: zeigen, erklären, belegen – auf Veranstaltungen wie dem Tag der Tiere in Hannover, bei Demos etwa in Aurich oder in sozialen Medien, wo Diedrich Kleen auch vegane Rezepte teilt, ohne mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten.

Kommunikation im Gegenwind: Zuhören, belegen, konsequent bleiben

Seit den Jahren nach Corona erlebt der Verein raueres Klima in Debatten. Wenn Werbebilder und Realität aufeinanderprallen, gehen Menschen oft in die Defensive – oder Offensive. Diedrich Kleens Strategie: zuhören, ruhig erklären, belegen. Begriffe wie „Tierwohl“ hält er für verharmlosende Etiketten, wenn sie reale Missstände nicht adressieren. Wichtig ist ihm, nicht müde zu werden: Demonstrieren, dokumentieren, dranbleiben – und politisch wie gesellschaftlich Druck aufbauen, wo Entscheidungen rückwärtsgewandt erscheinen. Der Verein hat in Aurich wiederholt Demos organisiert, weil dort Exporte in Drittländer weiterhin abgefertigt werden. Frust? Ja, manchmal. Aufgeben? Nein. Denn wenn Tierschutzorganisationen nicht Stimme der Tiere sind, wer dann?

Konsum, Preis und die Rolle der Politik

Wie verändern sich Gewohnheiten? Diedrich Kleen plädiert für realistische Schritte. Alternativen gibt es zunehmend, doch Preisgefüge bestimmen Verhalten. Solange tierische Produkte über Subventionen und reduzierte Mehrwertsteuer günstiger erscheinen, bleiben pflanzliche Alternativen im Nachteil. Eine Angleichung könnte vieles verschieben. Gleichzeitig wirkt Aufklärung: Wer erlebt, wie vielfältig pflanzliche Küche schmeckt, stellt Vorurteile in Frage – vom veganen Kuchen bis zum kreativen Grillen. Geschmack ist Gewohnheit, Würzung, Röstung – und mit etwas Neugier leicht neu zu definieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus politischer Rahmensetzung, fairen Preisen und positiver Inspiration im Alltag.

Vision, Ausdauer und das Ziel, sich überflüssig zu machen

Veränderung entsteht durch klare Ziele und den Mut, Schritt für Schritt voranzugehen. Mensch fair tier e.V. wünscht sich, irgendwann überflüssig zu sein – weil Missstände behoben sind. Realistisch bleibt, dass der Weg lang ist. Umso wichtiger sind Durchhaltevermögen, Netzwerke, sachliche Argumentation und kreative Ideen. Wer sich nicht kleinreden lässt, kann Menschen erreichen, die zuvor nicht hinsahen. So melden sich bei Diedrich Kleen immer wieder Menschen, die sagen: Jetzt verstehe ich das Problem und ändere mein Verhalten. Das ist die leise Kraft des Wandels, die an vielen Stellen gleichzeitig wirkt – im Garten beim nächtlichen Mähroboter, an der Kühltheke, in Ausschüssen und auf der Straße.

Einladung, Reichweite und Mitmachen: Dein Verein im TV-Studio und Werbung mit Wirkung

Wir von „Trude Kuh“ laden Dich ein: Wenn Dich das Gespräch mit Diedrich Kleen inspiriert hat – vom geforderten Nachtfahrverbot für Mähroboter über klare Kante gegen Tiertransporte bis zur ehrlichen Aufklärung ohne moralischen Zeigefinger –, dann melde Dich bei uns und stell Deinen Verein bei uns vor. Wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat, das eröffnet starke Möglichkeiten, Themen sichtbar zu machen und zugleich Unternehmen eine Bühne für wirksame Kommunikation zu bieten. Wenn Du neugierig bist, wer wir sind, schau auf „Trude Kuh“ vorbei und wirf einen Blick in unser TV-Studio von „Trude Kuh“. Du willst mit Deinem Team Eure Arbeit erzählen, diskutieren, bewegen und neue Unterstützer erreichen? Dann kannst Du Deinen Verein im Interview vorstellen. Und falls Du ein Unternehmen leitest oder Marketing verantwortest: Unsere Reichweite ist Dein Hebel für Sichtbarkeit, Markenaufbau und messbare Leads – informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ öffnen Bühne, Kamera und Herz für starke Geschichten und klare Botschaften – wenn auch Du Deine Sache voranbringen willst, wenn Du mit uns Reichweite in Relevanz verwandeln möchtest und wenn Du Deine Community genauso engagiert abholen willst, wie Mensch fair tier e.V. das beim Thema Tierschutz tut, dann melde Dich, komm in unser Studio und lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass gute Ideen, Vereine und Unternehmen die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.

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