Sabine Radtke und Milanka Scholz von Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge Bad Sachsa zu Gast bei „Trude Kuh“
Wenn die Räder des Koffers nach Jahren der Flucht wieder über heimatlichen Boden rollen, klingt das nach Ankommen. Doch zwischen vertrauter Sprache und alten Straßennamen liegt oft ein Niemandsland aus Unsicherheit, Krankheit, bürokratischen Hürden und der Frage: Bin ich hier noch gemeint? Genau diese Zwischenzone betreut die Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge aus Bad Sachsa – als Brücke zwischen Lebenswelten, Behörden, Kliniken und Familien, als Mutmacherin und Übersetzerin, ganz wörtlich und im übertragenen Sinn. Im Gespräch in den TV-Studios von „Trude Kuh“ zeichneten die erste Vorsitzende Sabine Radtke und die zweite Vorsitzende Milanka Scholz ein eindringliches Bild davon, wie Rückkehr wirklich gelingt – und warum der schwierigste Teil oft erst beginnt, wenn die Flucht offiziell zu Ende ist. Moderiert wurde die Sendung von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Was Ankommen nach der Rückkehr wirklich bedeutet
Seit 2007 begleitet der Verein Menschen, die nach Jahren in Deutschland in ihre Herkunftsländer zurückkehren – und jene, die hier angekommen sind und den Alltag zwischen Formularen, Arztbesuchen und Integrationskursen bewältigen müssen. Die Gründungsidee war pragmatisch und menschlich zugleich: In Bad Sachsa lebende Geflüchtete brauchten Unterstützung, vor allem wegen der Sprache. Sabine Radtke beschreibt, wie aus ersten Behördengängen eine strukturierte Hilfe wuchs: Vermittlung zu Anwälten, Begleitung zu Ärztinnen und Ärzten, Orientierung im Schulsystem, niedrigschwellige Alltagsunterstützung. Milanka Scholz, 1999 aus Bosnien nach Deutschland gekommen, bestätigt aus eigener Erfahrung: Sprache ist der entscheidende Schlüssel – für Arbeit, Freundschaften, Teilhabe. Ohne sie tragen oft Kinder die Last der Übersetzung für ihre Eltern. Der Verein nimmt ihnen diese Rolle ab und schützt damit Familienstrukturen.
Hilfe zwischen Harz und Balkan: Brückenarbeit in zwei Welten
Die Initiative wirkt lokal und transnational. In Deutschland sorgt sie für kurze Wege – im wörtlichen Sinn, wenn Kinder eine näher gelegene Schule benötigen, und im übertragenen, indem sie Ängste vor Behörden abbaut. Parallel engagiert sie sich in Bosnien und im Kosovo: nach Überschwemmungen in Städten wie Doboj half der Verein mit finanziellen Mitteln, Trinkwasser, Baumaterial – und mit der Perspektive auf nachhaltigen Wiederaufbau. In bewegenden Bildern zeigt sich, wie aus Schutt wieder Häuser werden und wie Rückkehrer wie Ibrahim im Kosovo mit einer Waschanlage neue Existenzen aufbauen. Solche Geschichten sind keine Einzelfälle, sondern Kettenglieder: Wer Hilfe erfährt, hilft weiter. Genau dieses Prinzip zieht sich durch die Projekte des Vereins – von spontaner Nothilfe bis zur strukturellen Partnerschaft.
Klinikpartnerschaften mit Fokus auf psychische Gesundheit
Ein zentrales Feld ist die psychiatrische Versorgung. Seit 2017 kooperiert der Verein im Rahmen einer Klinikpartnerschaft zwischen Nordhausen und Modrica. Die in der Psychiatrie tätige Sabine Radtke beschreibt klar die Lücke: In bosnischen Kliniken werden Patientinnen und Patienten oft solide stationär behandelt, doch ambulant fehlen Netze, Selbsthilfegruppen und Akzeptanz. Stigma ist hartnäckig, die gesellschaftliche Ausgrenzung tief. Die Partnerschaft erweitert den medizinischen Austausch, verknüpft Expertisen und schafft Zugänge – von der Kinder- und Jugendpsychiatrie über Erwachsenenangebote bis hin zu integrativen Projekten. Beispielhaft steht der Aufbau eines Sensorikraums für eine Behinderteneinrichtung in Visegrad: Eine Art ergotherapeutischer Raum, der Sinnesreize gezielt nutzt, um Wahrnehmungsbesonderheiten etwa bei Autismus-Spektrum-Störungen oder ADHS zu unterstützen. Es geht dabei um mehr als Ausstattung: um Sensibilisierung, Kontakt, Begegnung und das langsame Aufbrechen von Vorurteilen.
Psychische Gesundheit: Überwindung von Stigma als Marathon
Das Gespräch macht deutlich, wie schwer Integration für psychisch erkrankte Menschen ist – in Deutschland war der Weg lang, der Kulturwandel setzte erst Ende der 1960er Jahre tastend ein. In Bosnien, so die Einschätzung, steht diese Entwicklung vielerorts noch am Anfang. Familien ziehen zwar häufig enger zusammen, doch psychische Erkrankungen führen nicht selten zur Tabuisierung bis hin zur Verleugnung. Wer entlassen wird, gilt als „fremd“ im eigenen Haus. Die Initiative setzt genau hier an: mit Gesprächsangeboten, Vermittlung zu Fachstellen, geschultem Blick für Traumafolgen und der Überzeugung, dass gesellschaftlicher Fortschritt aus vielen kleinen, verlässlichen Kontakten entsteht. Integration ist kein Sprint, sondern ein Marathon – und Rückkehr bedeutet oft, diesen Marathon ein zweites Mal zu laufen.
Rückkehr als zweite Fremde – und die Kraft der Partnerschaft
Viele, die nach Jahren in Deutschland zurückkehren, treffen in ihrer alten Heimat auf ein neues Fremdheitsgefühl. Sie haben Sprache, Kultur und Gewohnheiten aus Deutschland verinnerlicht, kehren aber in Systeme zurück, die wirtschaftlich, organisatorisch und gesundheitlich oft anders funktionieren. Hier entfaltet die Netzwerkarbeit der Initiative ihre Wirkung: Partnerschaften mit Kliniken, Vereinen und Ärztinnen und Ärzten in mehreren bosnischen Städten und im Kosovo, der Austausch mit Nordhausen, konkrete Hilfen im Alltag – all das erweitert Handlungsspielräume. So entstehen Verbindungen, die Rückkehr nicht zum Bruch, sondern zur Brücke machen. Der Verein wünscht sich Wachstum: mehr Mitglieder, mehr Projekte, mehr interkulturelle Zusammenarbeit. Verständnis füreinander und die Verantwortung aus wirtschaftlicher Stärke abzuleiten – das sind die Leitplanken, die Sabine Radtke und Milanka Scholz formulieren.
Einladung, Mitmachen, Mitwerben: Deine Bühne bei „Trude Kuh“
Wir von „Trude Kuh“ haben mit der Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge Bad Sachsa gezeigt, wie viel Mut, Professionalität und Herz in der Arbeit zwischen Ankommen, Wiederankommen und psychischer Gesundheit steckt; wenn Du Deinen Verein, Deine Initiative oder Dein Unternehmen vorstellen möchtest, laden wir Dich ein, mit uns Kontakt aufzunehmen – denn wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten damit starke Reichweiten für authentische Geschichten und wirkungsvolle Markenkommunikation. Auf unserer Seite „Trude Kuh“ findest Du alles über uns, Einblicke hinter die Kulissen und aktuelle Formate; wenn Du direkt Lust auf Studioluft hast, schau Dir das TV-Studio von „Trude Kuh“ an und überlege, wie Deine Themen dort glänzen könnten. Du willst als Verein im Interview Deine Arbeit bekannter machen, Unterstützer gewinnen und Erfolge teilen? Dann melde Dich hier: Verein im Interview vorstellen – wir begleiten Dich durch Vorbereitung, Dreh und Ausspielung. Und falls Du als Unternehmen zielgenau werben möchtest, vernetzt mit relevanten Communitys und mit hoher Sichtbarkeit in Bewegtbild, Online und Social, dann informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen; wir entwickeln gemeinsam Kampagnen, die wirken, das, was Dich einzigartig macht, im richtigen Umfeld erzählen und Deine Botschaft in den Köpfen verankern. Kurz aus dem heutigen Gespräch für Dich: Sprache bleibt der Schlüssel zur Integration, Rückkehr ist oft der Beginn eines neuen Anpassungsweges, Klinikpartnerschaften können Stigma aufbrechen, und Erfolgsgeschichten wie die Gründung einer Waschanlage im Kosovo zeigen, wie Hilfe Kreise zieht – wenn auch Du Deine Geschichte teilen willst, melde Dich, wir freuen uns auf Dich im TV-Studios von „Trude Kuh“.