Gerd Schmidt und Jörg Stuzmann von EX MC TOPAYA zu Gast bei „Trude Kuh“
Eine Landstraße, das tiefe Licht eines Sommerabends und das vertraute Dröhnen von Motorrädern: Für Gerd Schmidt und Jörg Stuzmann sind solche Bilder mehr als nostalgische Kulisse. Sie erzählen von Freundschaft, Freiheit und einer Gemeinschaft, die selbst Jahrzehnte nach ihrer ersten gemeinsamen Ausfahrt noch Bestand hat. Im Gespräch in den TV-Studios von „Trude Kuh“ blicken die beiden auf die Geschichte ihres Motorradclubs zurück und berichten, wie aus einem Wiedersehen ein neuer Stammtisch wurde. Das Gespräch führte Redaktionsleiter Georg Mahn.
Von jungen Motorradfahrern zu einer eingeschworenen Gemeinschaft
Die Geschichte des Motorradclubs begann 1976. Eine Gruppe junger Männer, die zunächst mit Mopeds unterwegs gewesen war, stieg auf Motorräder um und beschloss, die gemeinsame Leidenschaft in einem Club zu bündeln. Gerd Schmidt erinnert sich an die damalige Zeit als Phase, in der Zusammenhalt ganz selbstverständlich war. Die Mitglieder halfen einander, wenn Unterstützung gebraucht wurde – ob beim Umzug oder bei anderen Herausforderungen des Alltags.
Mit dem Image klassischer Rocker wollten die Motorradfreunde allerdings nichts zu tun haben. Sie verstanden sich als Motorradclub, kurz MC, und wollten vor allem gemeinsam fahren und Spaß haben. Trotzdem begegneten ihnen Vorurteile: Manche Gaststätten ließen die Gruppe wegen ihrer Lederkleidung nicht hinein. Die Motorradfahrer ließen sich davon nicht beirren. Ihre Gemeinschaft definierte sich über Hilfsbereitschaft, gemeinsame Interessen und die Freude am Unterwegssein – nicht über Klischees.
Auch Jörg Stuzmann schätzte die Verbundenheit. Allein Motorrad zu fahren machte für ihn weniger Freude als in der Gruppe. Gemeinsam ging es zu Rennen nach Assen, Belgien und Hockenheim. Die weiteste Tour führte bis nach Le Castellet. Unterwegs und am Abend gehörten Gespräche, gemeinsames Essen und ein Bier ebenso dazu wie die Fahrt selbst.
Erste Motorräder und Reisen, die in Erinnerung bleiben
Zu den prägenden Erinnerungen gehören auch die ersten eigenen Maschinen. Schmidt fuhr zunächst eine Yamaha RD 250, mit der er einen Unfall hatte. Das Motorrad war danach ein Totalschaden. Als Auszubildender konnte er sich zunächst keinen Ersatz leisten, doch schließlich wurde eine gelbe Honda 250 zu seinem nächsten Motorrad. Stuzmann begann mit einer Zündapp KS 100 mit zehn PS. Sie war in der Versicherung günstig – ein wichtiger Vorteil für einen jungen Fahrer, der nebenbei auch ein Auto unterhalten musste.
Ein Verlust blieb besonders kurios in Erinnerung: Bei einem Treffen wurde Stuzmanns Zündapp gestohlen. Das Lenkradschloss war aufgebohrt, die Maschine verschwunden. Immerhin war sie versichert. Jahre später entdeckte er bei einem Oldtimertreffen eine ähnlich aussehende Zündapp. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem einstigen Motorrad erfüllte sich nicht: Knieschützer verrieten, dass es nicht seine alte Maschine war.
Auf längeren Touren sammelten die Freunde Geschichten, die ihnen bis heute präsent sind. Schmidt erinnert sich an eine Reise mit seiner Frau und zwei Freunden nach Griechenland. Die Gruppe fuhr entlang der Küste bis zum Peloponnes und legte insgesamt mehr als 6.000 Kilometer zurück. Unterwegs riss an seiner BMW R 100 RS der Gaszug. Bei einem griechischen Händler durfte er selbst im Lager nach dem passenden Ersatzteil suchen. Weil die Seilzüge günstig waren, nahm er gleich drei mit. Nach drei Wochen in Griechenland ging es mit dem Schiff nach Ancona, weiter zum Gardasee und schließlich zurück nach Hause.
Stuzmann berichtet von Fahrten nach Schweden zu einem Grand Prix in Anderstorp. Auf der Rückfahrt ging ihm wegen des kleinen Tanks der Sprit aus. Ein Bekannter half mit Benzin aus seinem größeren BMW-Tank, das in eine Coladose gefüllt wurde. So reichte es bis zur Fähre. Genau solche improvisierten Momente zeigen, was gemeinsame Motorradreisen ausmacht: Nicht jede Erinnerung ist perfekt geplant, aber oft wird gerade daraus eine Geschichte, die lange weitererzählt wird.
Ein Wiedersehen bringt EX MC TOPAYA zurück ins Rollen
Nach neun Jahren löste sich der ursprüngliche Club auf. Bei vielen Mitgliedern veränderten sich die Lebensumstände: Familie und Beruf rückten in den Mittelpunkt, die langen Haare verschwanden, und die gemeinsamen Fahrten wurden seltener. Doch die alten Verbindungen waren nicht vergessen. Schmidt stieg 2024 nach mehr als drei Jahrzehnten wieder aufs Motorrad. Bei einem 60. Geburtstag traf er frühere Weggefährten und sprach mit ihnen über die Idee, den Kontakt neu zu beleben.
Ein Aufruf in einer regional verbreiteten Zeitschrift brachte zahlreiche Reaktionen. Ehemalige Mitglieder meldeten sich, darunter Menschen, die Schmidt zunächst nur an ihren Spitznamen erkannte. Beim ersten Wiedersehen halfen deshalb Namensschilder. Viele hatten sich über die Jahre verändert; umso bewegender war es, nach so langer Zeit wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.
Eine besondere Überraschung wartete ebenfalls auf die Gruppe: Ein Mann meldete sich bei Schmidt und berichtete, dass er das frühere Motorrad des ersten Vorsitzenden besaß. Die Kawasaki 100 ST aus den 1970er-Jahren war mit ihrem originalen Fahrzeugbrief erhalten geblieben. Auch das Emblem, das der damalige Besitzer hatte anbringen lassen, war noch vorhanden. Für die früheren Clubmitglieder wurde die Maschine so zu einem greifbaren Stück gemeinsamer Geschichte.
Aus dem Wiedersehen entstand mehr als ein einzelnes Treffen. Die Gruppe kam 2025 erneut zusammen und organisierte einen Kaffeetreff, der in den Sommermonaten jeden zweiten Donnerstag beim Edeka-Markt in Dörverden stattfindet. Willkommen sind Motorradbegeisterte mit ganz unterschiedlichen Maschinen – auch Menschen, die früher nicht zum Club gehörten. In den Gesprächen geht es um Motorräder und Reisen, aber ebenso um alles, was sich im Leben ereignet hat.
Warum der Name Topaya zu einem Streifenhörnchen führt
Der Name EX MC TOPAYA geht auf ein Streifenhörnchen zurück. Bei einem Freund entdeckten die Motorradfahrer das Tier in einem Käfig und suchten nach seiner wissenschaftlichen Bezeichnung. So stießen sie auf „Topaya“, aus dem der Clubname entstand. Das Emblem greift zudem die Farben Schwarz-Rot-Gold auf.
Auch alte Dokumente bewahren die Geschichte der Gruppe. Schmidt hat Unterlagen aus der Gründungszeit gesammelt und in einem Ordner zusammengestellt. Darunter befinden sich Beitrittserklärungen und Erinnerungen an frühere Mitglieder. Einige Weggefährten sind inzwischen verstorben, teils durch Motorradunfälle. Das macht die Dokumente für die Gruppe besonders wertvoll: Sie erinnern an Menschen, die Teil dieser Gemeinschaft waren, und an Erlebnisse, die bis heute verbinden.
Für Schmidt und Stuzmann ist klar, dass sich die Zeiten verändert haben. Die heutige Jugend erlebt ihre eigenen Abenteuer, auch wenn vieles anders aussieht als in den 1970er-Jahren. Die gemeinsamen Erinnerungen an die ersten Motorräder, die langen Touren und die Freundschaften möchten die beiden dennoch nicht missen. Mit dem Stammtisch und den Ausfahrten halten sie diese Geschichte lebendig – nicht als Blick zurück allein, sondern als Einladung, neue Erinnerungen auf zwei Rädern zu schaffen.
Vereine und Werbepartner bei „Trude Kuh“
EX MC TOPAYA bringt frühere Weggefährten und neue Motorradbegeisterte bei Stammtischen und gemeinsamen Ausfahrten zusammen. Wenn auch Du einen Verein, eine Initiative oder ein besonderes Unternehmen vorstellen möchtest, melde Dich gern bei uns: Wir freuen uns darauf, interessante Menschen und ihre Geschichten in den TV-Studios von „Trude Kuh“ kennenzulernen. Auf unserer Website „Trude Kuh“ erhältst Du einen Eindruck von unserem Angebot und unserer Arbeit. Wenn Du wissen möchtest, wie eine Aufzeichnung abläuft, findest Du Informationen zum TV-Studio von „Trude Kuh“. Vereine können über Verein im Interview vorstellen den ersten Schritt machen und ihre Themen einem größeren Publikum präsentieren.
Wir von „Trude Kuh“ möchten Vereinen eine Bühne geben und Unternehmen zugleich wirksame Wege eröffnen, ihre Angebote sichtbar zu machen. Mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat bietet „Trude Kuh“ ein großes Werbepotenzial für Firmen, die ihre Zielgruppen erreichen und ihre Bekanntheit ausbauen möchten. Wenn Du mit Deinem Unternehmen neue Kundinnen und Kunden ansprechen willst, informiere Dich über die Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Ob Du einen Verein vorstellst, eine Initiative bekannt machen oder als Werbepartner Deine Marke präsentieren möchtest: Wir unterstützen Dich dabei, Deine Botschaft passend ins Bild zu setzen. Schau Dich bei „Trude Kuh“ um und melde Dich, wenn Du mit uns ins Gespräch kommen möchtest.