Vereine vorstellen 8. Oktober 2026

Ingo Schmidt von Dach überm Kopf e. V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Eine eigene Tür, die man hinter sich schließen kann, ein Schlüssel in der Hand, der in das eigene Schloss passt, ein Ort, an den man immer wieder zurückkehren kann. Für die meisten Menschen ist dies die alltäglichste Selbstverständlichkeit der Welt, doch für andere ist es ein unerreichbarer Traum. Allein in der Stadt Münster leben derzeit rund 2300 Menschen ohne eine feste Wohnung. Wer kein Dach über dem Kopf hat, verliert oft weit mehr als nur einen Schutz vor Regen und Kälte. Ein fester Rückzugsort gibt Sicherheit, schafft Struktur und ist die Grundlage, um das eigene Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Genau an diesem Punkt setzt der Verein Dach überm Kopf e. V. aus Münster an. Seit 1989 engagiert sich der Verein gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit und unterstützt Menschen, die auf dem regulären Wohnungsmarkt kaum eine Chance haben. In den TV-Studios von „Trude Kuh“ sprach Geschäftsführer Ingo Schmidt mit Redaktionsleiter Georg Mahn über die zunehmende Not, die Arbeit des Vereins und die kleinen und großen Erfolge, die Mut machen.

Wenn das Fundament des Lebens wegbricht

Die Notwendigkeit für Vereine wie Dach überm Kopf e. V. ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen, auch in einer wohlhabenden Stadt wie Münster. „Wir haben definitiv eine steigende Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit, und das wird auch in so elitären Städten wie Münster sichtbar“, erklärt Ingo Schmidt. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, kann das Leid kaum noch übersehen. Das Stadtbild hat sich verändert, Obdachlosigkeit ist präsenter geworden. Doch welche Schicksale stecken dahinter? Die Gründe sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Ein plötzlicher Jobverlust kann dazu führen, dass die Miete nicht mehr bezahlt werden kann. Umgekehrt kann der Verlust der Wohnung auch den Job kosten. Manchmal sind es persönliche Schicksalsschläge, Krankheiten oder Migrationshintergründe, die den Zugang zum ohnehin angespannten Wohnungsmarkt erschweren. Der Weg in die Wohnungslosigkeit ist oft kürzer und schneller, als viele denken. Entgegen dem weitverbreiteten Vorurteil, die Betroffenen seien selbst schuld, zeigt die Realität ein anderes Bild. Zwar existiert in Deutschland ein starker Sozialstaat, doch dieser allein kann die immense Aufgabe nicht bewältigen. „Die Hilfeleistung an sich muss irgendeiner gewährleisten können, und die kann der Staat alleine nicht. Ohne soziale Arbeit und ohne soziales Engagement wird der Staat das nicht alleine bewerkstelligen können“, betont Schmidt die unverzichtbare Rolle von Organisationen wie seiner.

Die Soziale WohnraumAgentur Münster als Brücke zum eigenen Zuhause

Ein zentrales Projekt des Vereins ist die Soziale WohnraumAgentur Münster, die seit 2016 besteht und seit 2023 durch einen kommunalen Auftrag verstärkt aktiv ist. Das Konzept ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Der Verein tritt selbst als Hauptmieter auf und schließt Mietverträge mit Eigentümern ab, die ihren Wohnraum sozial und verlässlich vermieten möchten. Anschließend vermietet der Verein die Wohnungen an Menschen weiter, die dringend ein Zuhause suchen. Dieses Modell bietet für beide Seiten enorme Vorteile. Die Vermieter haben die Sicherheit, dass die Miete pünktlich und zuverlässig gezahlt wird, da Dach überm Kopf e. V. als Vertragspartner dafür einsteht. Mietausfälle landen beim Verein, nicht beim Eigentümer. Die Mieter wiederum erhalten einen eigenen, regulären Mietvertrag und damit die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Die bisherigen Erfolge übertreffen die Erwartungen bei Weitem. „Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende des Jahres ungefähr 200 Wohnungslose und Obdachlose in eigenen Wohnraum untergebracht haben“, berichtet Schmidt stolz. Besonders wichtig ist ihm dabei, dass darunter auch 50 bis 60 Kinder sind, denen ein Leben in städtischen Notunterkünften erspart bleibt. Manche Familien warten seit Jahren auf diese Chance. So konnte der Verein erst am 7. Oktober 2026 ein großes Objekt anmieten, in das voraussichtlich eine Familie einziehen wird, die seit elf Jahren in einer städtischen Unterkunft lebt. Für die Kinder dieser Familie wird es das erste Mal sein, dass sie erleben, was ein richtiges Zuhause bedeutet.

Mehr als nur ein Schlüssel: Die Bedeutung der sozialen Begleitung

Mit der Schlüsselübergabe allein ist die Arbeit jedoch lange nicht getan. Viele der neuen Mieter müssen erst wieder lernen, was es bedeutet, in einer eigenen Wohnung zu leben und Teil einer Hausgemeinschaft zu sein. Besonders für Familien, die jahrelang in Notunterkünften gelebt haben, ist eine intensive soziale Betreuung unerlässlich. Ausgebildete Sozialarbeiter des Vereins helfen bei ganz alltäglichen Dingen: Wie funktioniert Mülltrennung? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Mieter? Wie geht man mit Konflikten in der Nachbarschaft um? Es müssen Anträge für Strom und andere Versorgungsleistungen gestellt und bürokratische Hürden überwunden werden. Diese Begleitung ist feinfühlig und individuell auf den jeweiligen Bedarf zugeschnitten. Die Schicksale der Menschen gehen auch am Team nicht spurlos vorbei. Ingo Schmidt berichtet von positiven wie negativen Erlebnissen, die er mit nach Hause nimmt. Zu den positiven zählt die Geschichte eines Mannes, der obdachlos im Eingangsbereich des Vereins schlief und sich nun so gefangen hat, dass er wieder seiner Arbeit nachgehen kann. Oder die einer jungen Frau, die schwanger auf der Straße lebte und dank einer Wohnung ihr Kind behalten durfte. Solche Erfolgsgeschichten geben Kraft und Motivation. Doch es gibt auch die andere Seite: die vielen Menschen, denen aufgrund fehlender Kapazitäten nicht geholfen werden kann. „Wenn man dann sieht, wie viele Menschen sich anmelden und die Schicksale hört, dann hat man natürlich schon, ich hab selber Kinder, den Gedanken, das könnte ja auch das eigene Kind sein“, gibt Schmidt nachdenklich zu. Für die Zukunft wünscht er sich daher mehr Unterstützung aus der Gesellschaft und von der Kommune, um die Kapazitäten des Vereins weiter ausbauen zu können.

Werde auch Du Teil unserer Gemeinschaft und erreiche Millionen

Das Gespräch mit Ingo Schmidt von Dach überm Kopf e. V. hat uns von „Trude Kuh“ einmal mehr gezeigt, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement ist und wie viel man gemeinsam bewegen kann. Wir finden, dass großartige Initiativen eine ebenso große Bühne verdienen. Möchtest auch Du Deinen Verein oder Deine Organisation bei uns vorstellen? Wenn auch Du mit Deinem Projekt die Welt ein kleines bisschen besser machst, dann melde Dich bei uns. In unserem professionellen TV-Studio von „Trude Kuh“ bieten wir Dir die perfekte Plattform, um Deine Geschichte zu erzählen und auf Deine wertvolle Arbeit aufmerksam zu machen. Nutze die Chance und lass uns gemeinsam über Dein Wirken sprechen. Alle Informationen dazu, wie Du Deinen Verein im Interview vorstellen kannst, findest Du auf unserer Webseite. Wir bei „Trude Kuh“ erreichen mit unseren Inhalten über 14,5 Millionen Kontakte pro Monat. Diese enorme Reichweite ist nicht nur für Vereine eine großartige Möglichkeit, sondern bietet auch Unternehmen ein enormes Potenzial. Wenn Du als Unternehmer nach effektiven Wegen suchst, um Deine Marke, Deine Produkte oder Dienstleistungen einem breiten und interessierten Publikum zu präsentieren, bist Du bei uns genau richtig. Wir bieten vielfältige und maßgeschneiderte Werbemöglichkeiten für Unternehmen, mit denen Du Deine Zielgruppe treffsicher erreichst. Schau Dich einfach auf unserer Seite um und entdecke, wie Du Teil unserer wachsenden Gemeinschaft werden und von unserer Reichweite profitieren kannst. Wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und vielleicht schon bald Deine Geschichte zu erzählen oder Deine Werbebotschaft zu verbreiten.

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