Vereine vorstellen 2. Oktober 2026

Marina Rieke und Babette Poelmeyer von der VHS Kontaktstelle für Selbsthilfe Cloppenburg zu Gast bei „Trude Kuh“

Manchmal verändert sich das Leben schneller, als man selbst folgen kann. Eine Diagnose, eine Krise, eine Abhängigkeit – plötzlich ist nichts mehr, wie es war. In solchen Momenten entsteht oft ein Gefühl, das mindestens so schwer wiegt wie das eigentliche Problem: die Einsamkeit. Doch was, wenn man Menschen trifft, die genau verstehen, was man durchmacht, ohne dass große Erklärungen nötig sind? Wenn aus einem persönlichen Kampf ein gemeinsamer Weg wird? Genau diese Brücken baut die VHS Kontaktstelle für Selbsthilfe Cloppenburg. Sie bringt Menschen zusammen, die Ähnliches erlebt haben und zeigt, dass Selbsthilfe nicht bedeutet, alles allein schaffen zu müssen, sondern oft genau das Gegenteil. Über diese wertvolle Arbeit und ihre ganz persönlichen Erfahrungen sprachen Marina Rieke und Babette Poelmeyer, die mehrere Selbsthilfegruppen leiten, mit Redaktionsleiter Georg Mahn in den TV-Studios von „Trude Kuh“.

Vom persönlichen Schicksal zur helfenden Hand

Der Weg in die Selbsthilfe ist oft von eigenen, tiefgreifenden Erlebnissen geprägt. Für Babette Poelmeyer, die in Basel drei Gruppen leitet – zwei zum Thema Depression und eine für Opfer toxischer Beziehungen –, war es die Entscheidung ihres Mannes, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, die ihr die Augen öffnete. Ursprünglich dachte sie, sie würde ihn nur hinfahren und etwas Freizeit gewinnen, doch sie wurde direkt eingeladen, als Angehörige teilzunehmen. Diese Erfahrung veränderte ihre Sichtweise auf Selbsthilfegruppen nachhaltig und positiv. Auch Marina Rieke fand über einen persönlichen Leidensweg zur Selbsthilfe. Sie leidet seit rund 20 Jahren selbst an Depressionen und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Lange konnte sie ihre Erkrankung nicht akzeptieren. Der Wendepunkt kam während eines Klinikaufenthalts, wo die Kontaktstelle für Selbsthilfe Cloppenburg eine Infoveranstaltung abhielt. Aus reiner Neugier schaute sie vorbei und fand sich kurz darauf in der Verantwortung für eine neu gegründete Gruppe wieder. Aus anfänglicher Angst wuchs eine starke Gemeinschaft, die seit fünf Jahren besteht und den Mitgliedern enormen Halt gibt.

Der unschätzbare Wert des Austauschs unter Gleichgesinnten

Was unterscheidet eine Selbsthilfegruppe von einer klassischen medizinisch-therapeutischen Behandlung? Laut Marina Rieke und Babette Poelmeyer ist es vor allem das Gefühl, unter Gleichgesinnten zu sein. Man muss sich nicht erklären, denn jeder in der Gruppe kennt die Krankheit aus eigener Erfahrung. Ängste können offen geteilt und gemeinsam angegangen werden. Dieses gegenseitige Verständnis und die bedingungslose Unterstützung sind in dieser Form in einem klinischen Umfeld kaum zu finden. Doch der erste Schritt ist oft der schwerste. Babette Poelmeyer berichtet von dem tief sitzenden Schamgefühl und der Angst vieler Betroffener, in der Gruppe auf Bekannte zu treffen. Besonders in ländlichen Regionen ist die Hürde groß, sich einzugestehen, Hilfe zu brauchen. Um diese zu senken, bietet sie an, neue Mitglieder zum ersten Treffen zu begleiten. Sich der Gruppe anzuschließen, bedeutet auch, die eigene Situation offiziell anzuerkennen, was für viele eine große Überwindung darstellt. Es ist ein Akt der Größe, die Tür zu öffnen und zu sagen: „Ich brauche Hilfe.“

Gegen Stigmatisierung und für mehr Offenheit

Trotz wachsender gesellschaftlicher Aufmerksamkeit kämpfen Betroffene psychischer Erkrankungen immer noch mit Vorurteilen und verletzenden Kommentaren. Sätze wie „Reiß dich doch mal zusammen“ oder „Du siehst doch gut aus, du kannst gar nicht krank sein“ sind für Menschen mit Depressionen wie ein Schlag ins Gesicht. Marina Rieke kennt diese Sätze nur zu gut und erzählt von der perfektionierten „Maske“, einer antrainierten Fassade, die nach außen hin Glück und Stärke vorspielt. Besonders schmerzhaft sind Stigmatisierungen, wie sie in Lastrup erlebt wurden, wo Gruppenmitglieder abfällig als „die Kloppys“ bezeichnet wurden, die man „wegsperren“ müsse. Um solchen Vorurteilen entgegenzuwirken und anderen Mut zu machen, haben sieben Frauen der VHS Kontaktstelle für Selbsthilfe Cloppenburg ihre Geschichten in dem Buch „Die andere Geschichte – 7 Leben“ niedergeschrieben. Der Schreibprozess war emotional, mit vielen Tränen, aber auch viel Lachen. Er half nicht nur bei der eigenen Verarbeitung, sondern soll auch ein Statement sein: „Traut euch, ihr seid nicht allein.“ Dieses Buch soll Menschen erreichen, die sich noch nicht trauen, über ihre Probleme zu sprechen, und ihnen zeigen, dass es Hilfe und Verständnis gibt.

Werde Teil der „Trude Kuh“ Gemeinschaft

Das Interview mit Marina Rieke und Babette Poelmeyer hat wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung sind, sei es bei psychischen Belastungen oder in anderen herausfordernden Lebenslagen. Dieser Gedanke ist auch das Herzstück unserer Arbeit bei „Trude Kuh“. Wir sind davon überzeugt, dass geteiltes Leid nicht nur halbes Leid ist, sondern auch der erste Schritt zu neuer Stärke sein kann. Genau deshalb geben wir Menschen und ihren Geschichten eine Bühne. Wenn auch Du in einem Verein aktiv bist und Eure wertvolle Arbeit einem großen Publikum vorstellen möchtest, dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden. Wir freuen uns immer darauf, inspirierende Projekte im TV-Studio von „Trude Kuh“ zu begrüßen. Wenn Du also Deinen Verein im Interview vorstellen möchtest, bewirb Dich einfach über unsere Webseite. Wir bieten aber nicht nur Vereinen eine Plattform, sondern auch Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, ihre Botschaft zu verbreiten. Mit einer Reichweite von über 14,5 Millionen Kontakten pro Monat sind wir ein starker Partner für Deine Unternehmenskommunikation. Entdecke die effektiven Werbemöglichkeiten für Unternehmen und erreiche eine breite und engagierte Zielgruppe. Wir von „Trude Kuh“ glauben an die Kraft der Gemeinschaft und daran, positive Botschaften zu verbreiten. Werde auch Du ein Teil davon!

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