Vereine vorstellen 22. Juli 2026

Anna Hansen von der Bundesinitiative Frauen für Gewaltschutz zu Gast bei „Trude Kuh“

Es beginnt oft im Stillen, hinter verschlossenen Türen. Ein schleichender Prozess, der Sicherheit in Angst und Vertrauen in Kontrolle verwandelt. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen sind keine abstrakten Begriffe oder private Einzelschicksale, sondern eine tiefgreifende gesellschaftliche Herausforderung, die jeden von uns betrifft. Es sind Geschichten von Menschen, deren Zuhause kein sicherer Hafen mehr ist und die sich in einem System wiederfinden, das sie nicht immer schützt. Obwohl internationale Abkommen wie die Istanbul-Konvention seit Jahren in Deutschland geltendes Recht sind, klafft zwischen dem Anspruch auf dem Papier und der erlebten Realität oft eine schmerzhafte Lücke. Genau diese Lücke ist das Betätigungsfeld von Anna Hansen, der Initiatorin der Bundesinitiative Frauen für Gewaltschutz. Aus einer tief persönlichen Erfahrung der Ohnmacht heraus hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, denen eine Stimme zu geben, die oft nicht gehört werden. In den TV-Studios von „Trude Kuh“ sprach sie mit Redaktionsleiter Georg Mahn über die dringende Notwendigkeit, gesellschaftliche Rollenbilder zu hinterfragen und für die konsequente Umsetzung von Schutzrechten zu kämpfen.

Vom persönlichen Schicksal zum gesellschaftlichen Aktivismus

Der Anstoß für die Gründung der Bundesinitiative Frauen für Gewaltschutz im Jahr 2022 war für Anna Hansen kein theoretisches Konzept, sondern eine tief persönliche und schmerzhafte Erfahrung. Nach einem zehnjährigen Gerichtsverfahren verlor sie 2021 das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn an den Kindsvater. Die darauffolgende Umgangsphase gestaltete sich noch schwieriger als die Jahre zuvor. Dieses Gefühl der Ohnmacht und die Erkenntnis, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein ist, war die treibende Kraft hinter ihrem Aktivismus. Sie wusste, dass es in Deutschland Tausende von Frauen gibt, die ähnliche Erfahrungen machen, obwohl das Land über Gesetze und Schutzmechanismen verfügt, die in der Praxis oft nicht greifen. Ihr Weg an die Öffentlichkeit war ein Akt der Selbstermächtigung und der Versuch, aus einem individuellen Fall eine Bewegung zu formen. Hansen kritisiert, dass die seit der Kindschaftsreform von 1998 gestärkten Väterrechte in der Praxis nicht immer dem Wohl des Kindes dienen, sondern manchmal als Instrument genutzt werden, um Kontrolle über die Mutter auszuüben. Obwohl der Grundgedanke der Väterbeteiligung positiv ist, beobachtet sie vor Gericht eine systematische Bevorzugung von Vätern, die oft besser finanziert sind und mehr Gehör finden.

Die Istanbul-Konvention: Ein Lippenbekenntnis?

Seit dem 1. Februar 2018 ist die Istanbul-Konvention in Deutschland verbindliches Recht. Dieses Übereinkommen des Europarats soll Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt verhüten und bekämpfen. Doch Anne Hansen bezeichnet die bisherige Umsetzung als reines Lippenbekenntnis. Sie macht deutlich, dass festgefahrene Rollenbilder in der Gesellschaft und in den Institutionen eine echte Gleichwertigkeit verhindern. Gerade bei Institutionen wie Jugendämtern und Familiengerichten werde oft nicht sorgfältig geprüft oder der Beweispflicht nachgekommen. Die Leidtragenden seien am Ende vor allem die Kinder, die nächste Generation. Als eine der Hauptursachen für diese Schieflage sieht sie den starken Lobbyismus sogenannter Väterrechtler, die finanziell und strukturell besser aufgestellt sind. Frauen befänden sich häufig in finanzieller oder emotionaler Abhängigkeit und könnten sich nicht wehren, ohne eine weitere Eskalation durch institutionelle Gewalt zu fürchten. Selbst die internationalen Expertengruppen wie Grevio, die die Umsetzung der Konvention überwachen, rügen Deutschland regelmäßig für seine Mängel. Trotz dieser Kritik von höchster Stelle scheint Deutschland im europäischen Vergleich schlecht abzuschneiden, was laut Hansen eine inakzeptable Menschenrechtsverletzung darstellt.

Öffentlichkeitsarbeit als Schlüssel zur Veränderung

Für die Bundesinitiative Frauen für Gewaltschutz ist die Sensibilisierung der nicht betroffenen Öffentlichkeit der entscheidende Hebel für Veränderung. Nur wenn das Thema aus der Nische der „Einzelfälle“ heraustritt und als gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt wird, kann sich etwas bewegen. Hansen und ihr Team organisieren dafür öffentlichkeitswirksame Aktionen, wie eine beeindruckende Installation mit 102 Kinderpuppen in Bonn, die anlässlich des Familiengerichtstages stattfand. Jede Puppe symbolisierte ein Kinderschicksal und die Plakate benannten die Gerichte, an denen Gewalterfahrungen gemeldet wurden. Die größte Hürde sei dabei, die tief verankerte Vorstellung zu durchbrechen, dass ein Richter schon „das Richtige“ entscheiden werde, wenn einer Mutter das Sorgerecht entzogen wird. Hansen wünscht sich einen kritischeren Blick der Gesellschaft und mehr Verständnis, selbst im eigenen familiären Umfeld. Um diese aufwendige Arbeit leisten zu können, ist die Initiative auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um bundesweit Veranstaltungen durchführen und ihre Botschaft verbreiten zu können. Ihr Ziel ist klar: In fünf bis zehn Jahren muss die Istanbul-Konvention in Deutschland vollständig und spürbar umgesetzt sein. Der Druck aus der Gesellschaft sei der wichtigste Faktor, um politische Veränderungen schnell herbeizuführen.

Werde auch Du Teil der Veränderung mit „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ sind tief beeindruckt vom Engagement und der wichtigen Arbeit von Anna Hansen und der Bundesinitiative Frauen für Gewaltschutz. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig es ist, Missstände aufzudecken und für die Rechte der Schwächsten in unserer Gesellschaft zu kämpfen. Wenn auch Du einen Verein oder eine Initiative vertrittst, die eine wichtige Botschaft hat, dann melde Dich bei uns! Wir bieten Euch die Plattform, Eure Geschichte zu erzählen. Auf unserer Webseite findest Du alle Informationen, wie Du Deinen Verein im Interview vorstellen kannst. Kommt in unser professionelles TV-Studio von „Trude Kuh“ und teilt Eure Vision mit einem großen Publikum. Wir glauben an die Kraft von Geschichten und daran, dass sie die Welt verändern können. Unsere Plattform „Trude Kuh“ erreicht über 14,5 Millionen Kontakte im Monat und bietet damit eine enorme Reichweite, nicht nur für gemeinnützige Organisationen. Auch für Unternehmen eröffnen sich hier exzellente Möglichkeiten, ihre Marke einem breiten und interessierten Publikum zu präsentieren. Wenn Du für Dein Unternehmen nach effektiven Werbeformaten suchst, informiere Dich über unsere vielfältigen Werbemöglichkeiten für Unternehmen und profitiere von unserer enormen Reichweite. Lasst uns gemeinsam Aufmerksamkeit für wichtige Themen schaffen und positive Veränderungen anstoßen.

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