Annelene Ewers und Anita Schepergerdes vom Krebsfonds Ludmillenstift zu Gast bei „Trude Kuh“
Wenn eine Ärztin den Befund ausspricht, teilt sich das Leben in ein Vorher und ein Nachher. Plötzlich wird jede Fahrt zur Klinik zum ernsten Termin, jeder Blick in den Spiegel zur Mutprobe, jeder Griff ins Portemonnaie zum kleinen Schreck. Genau dieses Spannungsfeld aus medizinischer Hoffnung, emotionaler Zerreißprobe und finanzieller Realität stand im Fokus eines bewegenden Gesprächs mit der ersten Vorsitzenden Annelene Ewers und der zweiten Vorsitzenden Anita Schepergerdes vom Krebsfonds Ludmillenstift aus Meppen. In den Studios von „Trude Kuh“ erzählten sie, wie der Verein seit 2007 Betroffene und ihre Familien im niedersächsischen Emsland auffängt, unbürokratisch hilft und Mut zurückgibt. Das Interview führte Redaktionsleiter Georg Mahn.
Warum ein Krebsfonds? Eine Antwort aus Nähe und Notwendigkeit
Die Gründungsgeschichte beginnt an der Bettkante im Krankenhaus: Eine Case Managerin bat die damals stellvertretende Bürgermeisterin Annelene Ewers um Hilfe, weil Menschen mit Krebs oft schnell und still in eine finanzielle Schieflage geraten. Nicht die großen, sichtbaren Kosten sind es allein, sondern die Summe der kleinen Lücken: Zuzahlungen hier, Fahrtkosten dort, zusätzliche Kinderbetreuung, eine Perücke, wenn die Haare gehen, Kosmetikkurse, um sich wieder im Spiegel zu erkennen. Die Erkenntnis, dass das Konto ins Minus rutscht, kommt meist erst später, wenn die medizinische Lage sich stabilisiert. Genau dann greift der Krebsfonds Ludmillenstift, getragen von Ehrenamt, Spenden und einer bemerkenswert solidarischen Gemeinschaft.
Hilfe, die ankommt: Von Perücken bis Alltagslotsen
Anita Schepergerdes, seit 2016 aktiv, beschreibt die typische Hemmschwelle: Wer erkrankt, ringt zunächst um Gesundheit – Geld zu erbitten fühlt sich schwer an. Dabei ist die Unterstützung dafür da und soll ohne Scham angenommen werden. Denn die Kosten für Würde und Alltag stehen auf keinem Rezept: Perücken, die dem eigenen Stil entsprechen, Kosmetikkurse gegen den Schock über verschwundene Augenbrauen und Wimpern, Fotos beim Friseur zum rechtzeitigen Perücken-Abgleich – all das kostet Geld. Der Verein sorgt dafür, dass Betroffene früh beginnen, sich auf den Alltag vorzubereiten, noch bevor die unsichtbaren Kosten Kummer in Finanzstress verwandeln.
Zentral ist auch die Alltagslotsin am Ludmillenstift Meppen. Sie nimmt den Kontakt bereits im Krankenhaus auf, erklärt Befunde verständlich, überbrückt Kommunikationslücken, begleitet die Familie, fragt nach, wenn Patientinnen und Patienten wieder daheim sind. Sie übersetzt medizinische Fachbegriffe, zeigt praktische Wege aus der Fatigue, der langen, lähmenden Müdigkeit nach Therapien, und motiviert: Wer rastet, rostet – mit feinfühligen Impulsen lässt sich die Kraft zurückerobern. Das entscheidende Prinzip: schnelle, unbürokratische Hilfe, ohne langes Prüfen, ohne Rechtfertigungszwang danach.
Gemeinschaft, die trägt: Neujahrskuchen, Onko-Café und psychologische Begleitung
Ein Verein lebt von Menschen, die zupacken. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Neujahrskuchen-Aktion: Was 2007 mit einigen Dutzend Teigeimern begann, ist heute eine regionale Großtat. Von Anfang Oktober bis zum Nikolaustag werden montags bis freitags mit neun bis zehn Frauen Eimer um Eimer verarbeitet, an einem Abend oft 60 bis 75 Stück. Die Luft riecht nach Wärme, Gebäck und Gemeinsamkeit, der Ort – darunter eine Jagdhütte – wird zum Back-Hub der Hilfe. Die Erlöse fließen direkt dorthin, wo sie gebraucht werden.
Ebenso wichtig ist das Onko-Café: ein geschützter Treffpunkt in gemütlicher Atmosphäre, mit Fachpersonal, das Fragen beantwortet und Referentinnen und Referenten zu Ernährung, Nahrungsergänzung und Alltagsthemen einlädt. Wer sich schämt zu fragen, findet hier verständnisvolle Ohren und ehrliche Antworten. Denn Tabus behindern Heilung; Information und Austausch schenken Souveränität.
Eine Herzenssäule der Arbeit ist die psychologische Beratungsstelle in Meppen für Kinder in Familien mit Krebserkrankung. Kinder spüren, wenn etwas nicht stimmt – Schweigen befeuert Fantasien und Schuldgefühle. Die Folge sind oft Bettnässen, Haarreißen, Leistungsabfall. Deshalb werden Sorgen spielerisch greifbar gemacht, mit Symbolfiguren wie dem „Tränchen“, das zuhört, in den Arm nimmt und Kraft spendet. Antworten folgen immer der kindlichen Frage, nicht dem Erwachsenenvortrag: Muss Mama sterben? – Wir tun alles, dass das nicht passiert. Ehrlich, klar, tröstlich.
Unbürokratisch, menschlich, schnell: Der Grundsatz des Vereins
Der Krebsfonds Ludmillenstift handelt, wenn Menschen Hilfe zulassen. Dank der Alltagslotsin sind Bedarfe sichtbar, Anträge werden rasch gestellt und bewilligt. Es geht um die kleinen, sofort wirksamen Dinge: Taschengeld für die Reha, Zuzahlungen, Kleidung, Mitnahme-Extras, die Normalität erlauben. Keine fünf Prüfschleifen, keine Berichtspflicht danach. Die Botschaft ist eindeutig: Du bist nicht allein. Das Netzwerk im Emsland trägt, der Fonds bündelt, die Hilfe kommt an.
Die Wünsche für die Zukunft sind so schlicht wie groß: weniger Erkrankungen, weniger junge Betroffene, aber jederzeit offene Türen. Wer Hilfe braucht, soll sich trauen, den ersten Schritt zu gehen. Der Verein kann nur unterstützen, wenn er weiß, wo. Das Gespräch bei „Trude Kuh“ zeigte, wie aus Ehrenamt, Spenden und Ideen konkrete Perspektiven entstehen – und wie ein Hafen in der Not gebaut wird, Stein für Stein.
Einladung, Überblick und Wege zu uns
Wir von „Trude Kuh“ haben diese bewegende Geschichte eines starken Vereins erzählt, und wir laden Dich ein, mitzumachen, mitzudenken und Dich zu melden, wenn Du Deinen Verein im TV-Studio vorstellen möchtest. Wenn Du den Krebsfonds Ludmillenstift Meppen unterstützen, ihre Arbeit besser verstehen oder selbst Hilfe brauchst, findest Du im Interview die wichtigsten Punkte: schnelle, unbürokratische Unterstützung bei Zuzahlungen, Alltagsbegleitung durch eine Lotsin, emotionale Stabilisierung im Onko-Café, kindgerechte psychologische Betreuung mit Herz und Verstand und eine Gemeinschaft, die mit Aktionen wie den Neujahrskuchen Hilfe in echte Wirkung verwandelt. Wir erreichen mit „Trude Kuh“ über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten damit enormes Werbepotenzial für Unternehmen, die ihre Marke sympathisch und verantwortungsvoll platzieren wollen. Wenn Du neugierig bist, schau gern direkt bei „Trude Kuh“ vorbei, erfahre mehr über das TV-Studio von „Trude Kuh“, nutze die Möglichkeit, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen, oder informiere Dich zu unseren Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ erzählen Deine Geschichte mit journalistischer Sorgfalt und viel Herz – wenn auch Du Deinen Verein sichtbar machen willst oder als Unternehmen die enorme Reichweite für kluge Kampagnen nutzen möchtest, dann melde Dich bei uns und lass uns gemeinsam Wirkung entfalten.