Vereine vorstellen 23. April 2026

Ina Lund und Johanna Eckler vom SM Lübeck e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Weihnachtsmarktduft nach Zimt und Schokocrossies, freundliche Grüße am Stand – und mittendrin ein Verein, der mutig über Themen spricht, die viele eher hinter vorgehaltener Hand verhandeln. Genau diese Kontraste prägten das Gespräch im TV-Studio: SM Lübeck e.V. verbindet Aufklärung, sichere Räume und entwaffnend offene Gespräche mit der Normalität des Alltags. Denn wer beim Stichwort BDSM automatisch an dunkle Keller und Geheimniskrämerei denkt, verpasst das Wesentliche: Kommunikation, Konsens und Respekt. Redaktionsleiter Georg Mahn führte durch ein Interview, das nicht provozieren will, sondern erklärt, einordnet und entstigmatisiert – mit Einblicken aus der Praxis von Ina Lund, erster Vorsitzenden, und Johanna Eckler, jüngstes Vereinsmitglied.

Zwischen Schmunzeln und Skepsis: Warum Aufklärung so wichtig ist

SM Lübeck e.V. ist gemeinnützig anerkannt – und das hat einen klaren Auftrag: Aufklärung in der Szene, Entstigmatisierung in der Öffentlichkeit und Sensibilisierung bei Fachkräften, die mit Menschen arbeiten. Denn die erste Reaktion, die Vereinsmitglieder erleben, ist selten ein albernes Kichern. Eher staunen die Leute, manchmal ist es Entsetzen, oft Skepsis – und erfreulich häufig echte Neugier. Genau an dieser Stelle setzt der Verein an: Informationen statt Mythen, Begegnung statt Klischee. Dazu gehört ausdrücklich auch die gezielte Ansprache von Ärztinnen, Beamtinnen und Ehrenamtlichen in Beratungsstellen, die BDSM bisher nur aus Schlagzeilen oder Kinoklischees kennen. Der Verein macht deutlich, dass BDSM nicht mit Gewalt zu verwechseln ist, sondern auf Einvernehmen, Kommunikation und Vertrauen beruht.

Gerade weil populäre Filme und Romane grandiose Bilder liefern, aber die Zwischentöne verschweigen, bleibt oft unklar, was BDSM im Alltag bedeutet. SM Lübeck e.V. nimmt hier eine Brückenfunktion ein: Erklären, was Begriffe bedeuten, wie Beziehungen und Dynamiken aussehen können und welche Sicherheitsstandards gelten. Das Ziel ist, Unsicherheit in informierte Offenheit zu verwandeln.

Konsens, Grenzen, Gesetz: Wie BDSM verantwortungsvoll funktioniert

Im Gespräch zeichnet sich eine Linie ab, die in der Praxis unverrückbar ist: Konsens ist nicht verhandelbar. Kommunikation ist die Basis. Vertrauen ist der Rahmen. Oder anders: Ohne Zustimmung gibt es kein Spiel – rechtlich und ethisch. Wenn man es genau nimmt, wird in Deutschland die Grenze auch juristisch klar benannt: Nach § 228 Strafgesetzbuch sind einvernehmliche Handlungen straffrei; ohne Einverständnis hingegen ist es Körperverletzung und strafrechtlich relevant. Genau deshalb sind Vorgespräche existenziell wichtig. Ebenso wichtig ist die Kommunikation währenddessen, um das Befinden des Gegenübers wahrzunehmen, Grenzen anzusprechen und auf Stopp-Signale zu reagieren. Werden Grenzen überschritten, ist das kein BDSM mehr, sondern Gewalt – ein klares Statement, das SM Lübeck e.V. wiederholt kommuniziert.

Zum verantwortungsvollen Miteinander gehört darüber hinaus der praktische Teil: Hygiene, sichere Handhabung von Spielzeugen, Infektionsschutz – die vermeintlichen Details, die am Ende die Sicherheit ausmachen. Auch diese Aspekte fließen in Beratungen und Workshops ein. So schafft der Verein Standards, die helfen, informierte Entscheidungen zu treffen und Risiken zu minimieren.

Safe Space statt Kontakthof: Was der Verein leistet – und was nicht

Ein gängiges Vorurteil ist schnell benannt: Ist so ein Verein bloß Tarnung für eine Kontaktbörse? Die Antwort fällt eindeutig aus. SM Lübeck e.V. ist Informationsstelle, Anlaufpunkt und Begegnungsort – aber kein Kontakthof. Natürlich lernen sich Menschen kennen, manchmal passt es, manchmal nicht. Genau wie im Gasthof oder in der Diskothek. Der Unterschied: Im Vereinskontext steht die Kultur des Einvernehmens, die Sprache der Grenzen und die Praxis der Sicherheit im Zentrum.

Für Einsteigerinnen und Einsteiger ist das Gold wert. Das berichtete auch Johanna Eckler, die ganz bewusst zunächst „blauäugig“ zum Socializing kam und sich anfangs unwohl fühlte, weil alles neu war. Aus Unsicherheit wurde Vertrauen: Willkommenheißen, Orientierung, ein geschützter Rahmen – kurz, ein Safe Space. Dass beim ersten Erkunden Fragen über Fragen entstehen, ist normal. Der Verein reagiert darauf mit Gesprächen auf Augenhöhe, niedrigschwelligen Angeboten und der Möglichkeit, etwas früher zu kommen, um das Team kennenzulernen und leichter anzukommen.

Sichtbar im Alltag: Plätzchen verteilen, Vorurteile entkräften

Öffentlichkeitsarbeit bedeutet für SM Lübeck e.V. mehr als der Auftritt auf einschlägigen Veranstaltungen. Der Verein geht bewusst dorthin, wo man ihn nicht erwartet. Auf dem Weihnachtsmarkt Plätzchen verteilen? Unbedingt. Das Signal ist klar: BDSM-Praktizierende sind Menschen mit Familien, Freunden, Beruf, Hobbys – kurz, Teil der Gesellschaft. Und diese Gesellschaft ist vielfältiger, als der „Marzipanstandort“ Lübeck es Klischee-Fans glauben lässt. Reaktionen reichen von „Ach, echt, dafür gibt’s einen Verein?“ bis „Klasse, wann sind eure nächsten Treffen?“ Gerade diese sichtbare Normalität baut Berührungsängste ab und macht den Gesprächseinstieg leicht.

Die Vereinsbasis ist so bunt wie die Stadt: Von der zweiundzwanzigjährigen Studentin bis zum vierundsiebzigjährigen Journalisten reicht die Spanne. Vereinseinheit ist nicht ein Stil oder eine Szene, sondern die gemeinsame Neigung – und die Haltung, mit der man ihr begegnet: respektvoll, informiert, einvernehmlich.

Wachsen, um zu schützen: Warum der Verein eigene Räume braucht

Die Nachfrage steigt. Anfragen aus der Szene, von Interessierten und von Institutionen zeigen, wie sehr seriöse Aufklärung und sichere Orte gebraucht werden. Besonders gefragt: spezifische Formate wie Safe-Space-Treffen nur für Frauen bzw. weiblich gelesene Menschen, Austauschrunden für passiv Spielende ohne aktiven Gegenpart am Tisch, Sicherheitsworkshops und offene Treffen ohne enges Themensetting. All das braucht Räume. Aktuell lagern Öffentlichkeitsmaterialien noch im privaten Keller – der füllt sich. Eigene Vereinsräume würden einen deutlichen Qualitätssprung bedeuten: planbare Termine, vertrauliche Beratungen, mehr Kapazität für Schulungen, verlässliche Anlaufpunkte und eine klare Adresse für Menschen, die Unterstützung suchen. Kooperationen, etwa mit der Aidshilfe, sind bereits gelebte Praxis – inklusive Schulungen ihrer Ehrenamtlichen in Grundbegriffen, Dynamiken und Sicherheitsaspekten des BDSM. Für die nächsten Schritte braucht es aber Infrastruktur, die dem wachsenden Bedarf gerecht wird.

Einladung an Dich: Mehr erfahren, mitreden, vernetzen – bei „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, Dir in unserem TV-Studio Gespräche zu zeigen, die aufklären, Mut machen und Perspektiven öffnen – so wie die lebendige, ehrliche Runde mit Ina Lund und Johanna Eckler vom SM Lübeck e.V., in der es um Konsens, Kommunikation, sichere Räume, Entstigmatisierung und ganz praktische Fragen von Hygiene bis Gesetz ging; wenn Du Dich für Vereine interessierst, die gesellschaftlich relevante Themen anpacken, dann schau bei uns vorbei, erfahre mehr über uns auf der Seite von „Trude Kuh“, erlebe, wie Interviews bei uns im TV-Studio von „Trude Kuh“ entstehen, und wenn Du Deinen eigenen Verein vorstellen möchtest, nutze die Chance und melde Dich direkt über Verein im Interview vorstellen; wir erreichen monatlich über 14,5 Mio. Kontakte und bieten damit starke Reichweite und attraktive Platzierungen – ideal, wenn Du als Unternehmen sichtbar werden willst, informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen, denn wir kombinieren redaktionelle Qualität mit passgenauer Zielgruppenansprache; kurz gefasst: Wir geben den wichtigen Inhalten eine Bühne, bringen Menschen ins Gespräch und sorgen dafür, dass Dein Thema die Menschen erreicht, die Du erreichen möchtest – wenn auch Du mit Deiner Geschichte, Deinem Verein oder Deiner Marke Teil dieser Bühne sein willst, dann melde Dich bei uns und wir besprechen gemeinsam, wie wir Deine Botschaft aus den Studios von „Trude Kuh“ in die Welt tragen.

Spenden