Mario Rauch und Tammo Müller vom SV Borussia Leer zu Gast bei „Trude Kuh“
Wenn Flutlicht auf nassem Rasen schimmert, der Atem in kleinen Wölkchen über der Seitenlinie steht und am Spielfeldrand Kinder jubeln, während Eltern fröstelnd weiter, weiter rufen, dann zeigt sich, was Regionalsport im besten Sinne ist: der Klebstoff einer Gemeinschaft. Fußball als Gefühl von Heimat, als Schule für Haltung und Herz. Doch hinter dieser romantischen Vorstellung arbeitet ein Netzwerk aus Ehrenamt, Engagement und viel Beharrlichkeit. Genau darüber sprachen in den „Trude Kuh“ TV-Studios der zweite Vorsitzende des SV Borussia Leer, Mario Rauch, und Vorstandsmitglied sowie Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit, Tammo Müller. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Ein Verein mit Haltung: Das Säulenmodell von Borussia Leer
Wofür steht der SV Borussia Leer? Mario Rauch fasst es mit einem ganzheitlichen Ansatz zusammen, den der Verein als Säulenmodell beschreibt. Vier Säulen tragen das Konstrukt: Sport als Kern; ein starkes Netzwerk mit Partnern in Stadt und Region; gesellschaftliches Engagement; sowie Kultur und Sportkultur. Erst wenn diese Bereiche zusammenspielen, entfaltet der Verein seine Wirkung. Rund 350 Mitglieder in etwa 15 Mannschaften profitieren davon – aber auch die Stadtgesellschaft, denn der Verein versteht sich bewusst als offener Ort, der mehr bietet als Trainingspläne und Spieltage.
Gerade dieses Mehr verdichtet sich in einem Motto, das auf der Vereins-Website prägnant steht: Ein anderer Fußball ist möglich. Dahinter verbirgt sich der Anspruch, Sport als sicheren Raum für alle zu gestalten. Borussia Leer will Ansprechpartner und Anlaufstelle sein – ohne Wenn und Aber. Das bedeutet, dass Neutralität als vermeintlich bequeme Haltung nicht reicht. Wer sich nicht klar positioniert, so Mario Rauch, lasse „eine Tür nach rechts offen“. Der Verein hat sich deshalb bewusst und deutlich gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus und jede Form von Diskriminierung gestellt – sichtbar, erreichbar, überprüfbar.
Sichtbar bekennen: Safe Space, Solidarität und Social-Media-Wellen
Während manche Klubs Diversität als Seitenrandnotiz führen, trägt Borussia Leer die Haltung auf die Startseite – im Wortsinn: Regenbogenflaggen, klare Botschaften und, wie Tammo Müller zeigt, ein Torwarttrikot mit solidarischem Sponsor. Der Verein solidarisiert sich öffentlich mit Betroffenen, etwa nach homophoben Vorfällen in Bremen. Solche Stellungnahmen erzeugen Aufmerksamkeit – positive Resonanz, aber auch Gegenwind. Tammo berichtet, wie Beiträge durch die Algorithmen in Milieus gespült wurden, die Weltoffenheit ablehnen. Die Folge: eklige Kommentare, gelöschte Beiträge, am Ende eine deaktivierte Kommentarfunktion. Doch wer Haltung zeigt, erntet nicht nur Hass. Mitgliederzahlen steigen deutlich, es gibt Solidaritätsbeitritte aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar aus Nachbarländern. Sichtbarkeit schützt und stärkt – gerade für jene, die den Safe Space suchen.
Inklusion mit Herz und Bühne: Die Bunte Liga und eigene Spieltage
Ein zentrales Feld, in dem sich Haltung in Praxis übersetzt, ist die Inklusion. Borussia Leer hat seit Jahren ein Inklusionsteam, das rege an Turnieren teilnimmt, eigene Veranstaltungen organisiert und regelmäßig auf großer Bühne spielt – zuletzt vor einem Regionalligaspiel in Oldenburg. Dabei geht es nicht um wohlfeile Slogans, sondern um reale Teilhabe: Menschen, die sonst im Alltag zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, finden hier Spielzeit, Teamgeist und Anerkennung. Besonders präsent ist der Verein in der Bunten Liga, einer inklusiven Spielrunde aus dem Raum Bremen/Bremerhaven, die nun in ihre fünfte Saison geht. Vier Spieltage pro Jahr, zwei Teams am Start, regelmäßige Fahrten nach Bremen – all das zeigt, wie kontinuierlich Inklusion gelebt wird.
Kontinuität kostet jedoch Geld. Borussia Leer besitzt keinen Vereinsbus, organisiert Transporte zu Spieltagen oft improvisiert – eine Daueraufgabe, die nach mittelfristigen Lösungen ruft. Fördergelder, Spenden und Partnerschaften sind hier keine Kür, sondern die Voraussetzung, um Teilhabe verlässlich zu ermöglichen.
Frauenfußball als Grundsatz, nicht als Beistellwerk
Seit 1996 spielt das Frauenteam eine feste Rolle bei Borussia Leer – nicht als Nebenschauplatz, sondern auf Augenhöhe. In einer Landschaft, in der Frauenfußball vielerorts unter Druck gerät oder nebenbei mitläuft, setzt der Verein bewusst ein Zeichen der Gleichwertigkeit. Dass Frauen im Sport noch immer Zielscheibe hämischer Kommentare sind, kennt der Klub aus eigener und beobachteter Erfahrung. Umso konsequenter ist der Anspruch, Trainingszeiten, Aufmerksamkeit und Wertschätzung nicht an Geschlechter zu knüpfen, sondern an den gemeinsamen Sportgedanken.
Nachwuchs fördern, Horizonte öffnen: Von Rabauken bis Lichtschwert
Nachwuchsarbeit erhält bei Borussia Leer eine besondere Bühne: Seit Jahren kooperiert der Klub mit der Rabauken Fußballschule des FC St. Pauli. Die Camps holen Kinder und Jugendliche aufs Gelände, öffnen Eltern und Neugierigen zugleich die Augen für den Verein – ein Katalysator, um neue Gesichter zu gewinnen und Begeisterung zu entfachen. Wer einmal erlebt hat, wie aus dem ersten Dribbling Begeisterung wird, versteht, warum diese Partnerschaft wirkt.
Und dann ist da noch eine Sparte, die Aufmerksamkeit weckt und mit Vorurteilen aufräumt: Lichtschwert fechten. Was spielerisch klingt, ist ernstzunehmender Sport mit Technik, Choreografie und – ja – gelegentlichem blauen Fleck. Die Gruppe verbindet Fitness, Präzision und Performance, entwickelt Geschichten und Szenen, die Trainingsabende zu kleinen Bühnenstücken machen. Ein Angebot, das Sportkultur wörtlich nimmt und neue Zielgruppen für den Verein begeistert.
Infrastruktur für alle: Der lange Weg zum Kunstrasen
So vielfältig das Engagement, so herausfordernd die Infrastruktur. In der Stadt Leer existiert bislang kein einziger Kunstrasenplatz – ein ungewöhnlicher Befund für diese Größe. Ein Förderantrag sah vor, den ersten Kunstrasen auf dem Gelände von Borussia Leer zu bauen. In der ersten Runde blieb das Projekt unberücksichtigt. Nun arbeitet der Verein gemeinsam mit der Stadt an einem neuen Anlauf. Klar ist: Eine Kofinanzierung ist nötig, Förderung deckt nie die vollen Kosten. Ebenso klar ist der Nutzen: Der Kunstrasen wäre kein Spezialprojekt für Borussia, sondern ein Gewinn für alle Vereine in Leer. Dass sich die Klubs darüber einig sind, ist bemerkenswert – und ein starkes Signal, wie konstruktiv Sport in einer Stadt wirken kann.
Ausblick mit Rückgrat: Warum sich Haltung auszahlt
Wohin geht die Reise? Tammo Müller wünscht sich Wachstum, neue Sparten, einen größeren Bekanntheitsgrad – vor allem aber, dass die klare Haltung des Vereins noch weitergetragen wird. Es geht darum, Menschen in einer komplizierten Zeit zu zeigen: Ihr werdet gesehen. Ihr habt einen Ort. Ein Verein ist dann stark, wenn er sportliche Angebote mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Genau darin liegt die Kraft von Borussia Leer: Haltung nicht nur zu posten, sondern zu praktizieren – auf Rasen, in Hallen und zwischen Menschen.
Deine Einladung in die „Trude Kuh“ Studios: Mitmachen, vorstellen, werben
Wir von „Trude Kuh“ haben mit Mario Rauch und Tammo Müller vom SV Borussia Leer gezeigt, wie gelebte Inklusion, klare Kante gegen Diskriminierung, Frauenfußball auf Augenhöhe und kreative Angebote wie Lichtschwert fechten zusammenkommen, um aus einem Fußballverein einen Ort der Gemeinschaft zu machen; wenn Du mit Deinem Verein eine ähnlich starke Geschichte erzählen willst, dann melde Dich bei uns – unsere Redaktion lädt Dich ein, Deinen Club im TV-Studio von „Trude Kuh“ vorzustellen, denn wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten damit enormes Potenzial für Aufmerksamkeit und Reichweite, auch für Unternehmen, die smarte Platzierungen und nachhaltige Werbewirkung suchen. Auf unserer Seite findest Du alles Wichtige über „Trude Kuh“ und aktuelle Formate unter „Trude Kuh“, Du kannst direkt hinter die Kulissen unserer Produktionen schauen und einen Studiobesuch planen – hier entlang ins TV-Studio von „Trude Kuh“. Wenn Dein Verein Lust hat, seine Projekte, Teams oder Initiativen in einem starken Umfeld zu präsentieren, dann nutze unsere Kontaktstrecke und sichere Dir einen Slot unter Verein im Interview vorstellen. Und falls Du als Unternehmen zielgenau Deine Marke platzieren möchtest – von Sponsorings über Native Placements bis hin zu Bewegtbild-Integrationen – dann findest Du alle Optionen und Mediadaten kompakt auf Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir freuen uns auf Dich, Deine Geschichte und Deine Ziele: Gemeinsam bringen wir sie auf die Bildschirme – authentisch, professionell und mit der Reichweite, die Wirkung zeigt.