Vereine vorstellen 28. April 2026

Reinhard Block und Herbert Kroon von Amnesty International Gruppe Leer zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn Schlagzeilen wie Sturmwolken über den Bildschirm ziehen, bleibt oft nur ein kurzer Stich der Betroffenheit zurück – und dann geht der Alltag weiter. Krieg, Verfolgung, Unterdrückung: so nah wie zwei Flugstunden entfernt, so fern wie ein Film, der auf einer anderen Bühne spielt. Doch in Ostfriesland stellt sich eine Gruppe Menschen bewusst gegen dieses Wegsehen. Sie schreiben Briefe, wenn andere verstummen, sie schaffen Öffentlichkeit, wenn es unbequem wird, und sie bauen Druck auf, damit Unrecht nicht leise verschwindet. In den Studios von „Trude Kuh“ erzählen Reinhard Block, Gruppensprecher der Amnesty International Gruppe Leer, und Herbert Kroon, Pressesprecher der Gruppe, wie ehrenamtliche Beharrlichkeit aus abstrakten Menschenrechten gelebte Realität macht – moderiert von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Zwischen Zustimmung und Widerspruch: Warum Dialog anstrengend ist – und nötig bleibt

Reinhard Block beschreibt die alltägliche Spannweite ihrer Arbeit: viel Zuspruch, aber auch die skeptische Frage, ob Engagement überhaupt etwas bringe. Nicht selten sei diese Haltung ein Selbstschutz, um passiv bleiben zu können. Gerade deshalb suche die Gruppe bewusst das Gespräch – auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen, bei Aktionstagen. Manchmal öffnen sich Türen, manchmal nicht. Eine Szene bleibt im Gedächtnis: Am Internationalen Tag der Frauenrechte hieß es auf der Straße, Frauen hätten „eh schon zu viele Rechte“. In solchen Momenten gilt es abzuwägen, ob sich der Dialog fortsetzen lässt oder ob man Menschen auch einfach weitergehen lassen muss. Frust? Fehlanzeige. Kritik gehört dazu, sagt Block, und manchmal sind Äußerungen schlicht daneben – auch das ist Realität im Einsatz für offene Debatten.

Herbert Kroon ergänzt, dass Haltung im Ton beginnt. Wer pauschal abwertet, bekommt ein höfliches „Stopp, so nicht“. Es geht um geliebte Menschen – hier und anderswo. Meinung ist frei, aber sie verlangt Respekt. Diese Haltung prägt die Gruppe Leer ebenso wie die Fähigkeit, gelassen zu bleiben, wenn jemand Dampf ablässt. Bewusstseinsbildung ist zäh, doch sie wirkt: Wer einmal verstanden hat, dass die eigene Unterschrift nicht wehtut, aber anderen hilft, macht eher mit.

Wofür Amnesty in Leer konkret kämpft – und wie Schwerpunkte gesetzt werden

„Amnesty kann alles“ – Blocks saloppe Beschreibung verweist auf die große Spannweite: Seit dem Impuls von 1961, als in Portugal junge Regimegegner verhaftet wurden, steht die Bewegung weltweit für Menschenrechte, gegen Folter, gegen die Todesstrafe, für die Rechte von Frauen, Kindern, Minderheiten und indigenen Völkern. Die Gruppe Leer fokussiert, weil sie nicht alles leisten kann. In den letzten Jahren rückten Frauenrechte im Iran in den Mittelpunkt – angestoßen durch die Perspektive eines Mitglieds mit engen Verbindungen in das Land. Der Schwerpunkt bleibt, ohne andere Themen auszublenden. Struktur und Unterstützung kommen aus dem Netzwerk: Koordinationsgruppen liefern Expertise und Materialien, ob zu Iran, Frauenrechten oder Todesstrafe. Gleichzeitig arbeiten die Ehrenamtlichen vor Ort autonom, setzen eigene inhaltliche Prioritäten und planen, wo und wie sie sichtbar werden.

Diese Sichtbarkeit findet statt: auf Messen, in der Presse, im Radio, online – und im Kinocenter in Leer, wo Filme Menschen sensibilisieren und das Privileg der Freiheit spürbar machen. Es ist legitim, nach einer Vorstellung zu sagen: „Wir haben es gut in Deutschland.“ Ebenso legitim ist es, daraus Verantwortung abzuleiten: sich für jene einzusetzen, die diese Freiheit nicht haben.

Kleine Schritte, große Wirkung: Warum Engagement zählt – auch wenn es nicht die Welt verändert

Der Weg ist kleinteilig, manchmal mühsam. Und doch zeigt er Wirkung. Ein Beispiel, das die Gruppe trägt, ist der Fall Moses Akatukba aus Nigeria, der wegen Kleinkriminalität zum Tode verurteilt worden war. Amnesty-Gruppen, darunter die aus Leer, machten Druck, schrieben, hielten das Thema präsent. Am Ende wurde er aus der Todeszelle entlassen. Dankesbriefe von ihm und seiner Familie sind mehr als nette Gesten: Sie sind Belege dafür, dass jede Aktion zählt. Nicht in jedem Fall gelingt der Durchbruch, aber jeder Erfolg hält die Gruppe lebendig.

Diese Balance zwischen Ideal und Realität prägt auch die Grenzen: In diktatorischen Systemen, etwa in Nordkorea oder im heutigen Russland, kann Amnesty nicht frei arbeiten. Informationen müssen heimlich nach draußen gelangen. Systemwechsel herbeizuführen, ist nicht die Rolle der Organisation. Aber in Einzelfällen Leben zu verändern, Hoffnung zu geben, Öffentlichkeit herzustellen – das ist möglich. Und das ist viel. Schon eine Postkarte zum Geburtstag an eine inhaftierte Person kann Trost spenden: „Du bist nicht allein.“

Mitglieder, Mitmacher, Mutmacher: Wer die Arbeit trägt und wen die Gruppe sucht

Amnesty lebt vom Ehrenamt – und vom langen Atem. Die Gruppe Leer erfährt großen Zuspruch in Schulen und bei Veranstaltungen, doch wenn es darum geht, regelmäßig mitzuarbeiten, wird es schwieriger. Deshalb wirbt sie gezielt um Menschen ab 50, die neue, sinnstiftende Aufgaben suchen. Diese Zielgruppe bringt Zeit, Lebenserfahrung und Ruhe mit – Eigenschaften, die in der Fußgängerzone Gold wert sind. Zugleich ist die Jugend präsent: Viele unterstützen punktuell mit Unterschriften und Aufmerksamkeit. Das Zusammenspiel macht’s. Organisatorisch steht die Gruppe solide da, die Personalplanung trägt, doch Verstärkung ist willkommen – für Gespräche, Aktionen, Workshops und die stetige, manchmal leise Überzeugungsarbeit im Alltag.

Menschenrechte bleiben dabei kein abstraktes Konstrukt, sondern ein dicht gewebter Katalog aus Artikeln und gelebten Werten: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, Rechte von Kindern, Frauen und Minderheiten. Niemand kann alles abdecken, also setzt die Gruppe Schwerpunkte, bereitet sich thematisch vor und sagt ehrlich, wenn sie Expertise einholen muss. Diese Transparenz schafft Vertrauen.

Sichtbarkeit kostet – und lohnt sich: Warum Öffentlichkeit Geld, Zeit und Herzblut braucht

Dass Engagement Mittel benötigt, ist keine Überraschung. Öffentlichkeitsarbeit kostet – vom Flyer bis zur Recherche. Spenden helfen, Präsenz dort zu stärken, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Mit Geldern werden Expertinnen und Experten in Krisengebiete entsandt, um Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Aufklärung, Dokumentation, Druck – es ist ein Dreiklang, der Wirkung entfaltet. Prominente Unterstützung, etwa durch Figuren wie Morgan Freeman oder historische Stimmen wie Gert Ruge, schafft zusätzliche Reichweite. Doch die tragenden Säulen stehen vor Ort: in Gruppen wie in Leer, in Hochschulstädten, im Netzwerk mit der deutschen Zentrale in Berlin.

Am Ende ist es eine einfache, starke Idee, die trägt: der Glaube an die Wirksamkeit ganz normaler Menschen. Jeder kleine Schritt zählt. Jede Unterschrift kann Leben retten. Jeder Brief kann Hoffnung bringen. Und jede Begegnung im Alltag kann aus Wegsehen Hinsehen machen.

Einladung, Überblick und Kontakt: So nutzt Du „Trude Kuh“ für Deinen Verein und für Werbung

Wir von „Trude Kuh“ haben mit der Amnesty International Gruppe Leer eine Initiative vorgestellt, die zeigt, wie konsequente Öffentlichkeit, zähe Dialoge und konkrete Hilfe – von Unterschriftenaktionen bis zur Unterstützung von Frauen im Iran – Menschen stärkt und in Einzelfällen Leben verändert; wenn Du mit Deinem Verein ähnliche Ziele verfolgst oder Deine Organisation sichtbar machen willst, melde Dich bei uns, denn wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten Dir damit starke Reichweiten für Geschichten, Projekte und Kampagnen sowie vielseitige „Trude Kuh“ Formate aus unserem TV-Studio von „Trude Kuh“, in denen wir Deine Themen journalistisch hochwertig und sympathisch inszenieren, wir helfen Dir beim Onboarding, der inhaltlichen Struktur und der medialen Verbreitung, wir fassen die Kernaussagen kompakt zusammen – vom gesellschaftlichen Nutzen Deines Engagements bis zu konkreten Mitmachmöglichkeiten – und wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen möchtest, nutze einfach unsere Seite Verein im Interview vorstellen, während Unternehmen, die unsere große und klar adressierbare Community für Markenkommunikation, Recruiting oder Produkt-Launches nutzen wollen, mehr über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen erfahren; wenn Du also eine starke Geschichte hast, die viele erreichen soll, oder wenn Du Dein Business mit glaubwürdiger TV- und Digitalpräsenz pushen willst, dann komm zu uns ins TV-Studio von „Trude Kuh“ und lass uns gemeinsam Deine Botschaft groß machen.

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