Vereine vorstellen 14. Juli 2026

Hans Joachim Fritsch und Wolfgang Schwenker von Karnevalsgesellschaft „Die letzten Hänger“ 1963 Erkrath zu Gast bei „Trude Kuh“

Konfetti im Sonnenlicht, Trommeln im Takt und ein ganzes Städtchen, das für einen Moment seine Sorgen vergisst: So fühlt sich Karneval an, wenn die Straßen zur Bühne werden und Gemeinschaft lebendig wird. Hinter der fröhlichen Kulisse aber stemmen Ehrenamtliche Organisation, Sicherheit, Finanzen und jede Menge Herzblut – damit Brauchtum nicht bloß ein Wort bleibt, sondern ein Erlebnis. Genau darüber sprachen Hans Joachim „Hajo“ Fritsch, erster Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft „Die letzten Hänger“ 1963 aus Erkrath, und Wolfgang Schwenker, Social-Media-Verantwortlicher und mittlerweile Prinz Wolfgang II., im Gespräch in den Studios von „Trude Kuh“. Das Interview führte Redaktionsleiter Georg Mahn.

Vom Skeptiker zum Prinzenpaar: Wie ein Balkonblick alles veränderte

Es beginnt mit einem skeptischen Blick vom Balkon: Gerade nach Erkrath gezogen, sieht Wolfgang seinen ersten Karnevalszug und denkt „um Gottes Willen“. Halbjahr später wird er auf dem Straßenfest angesprochen, ob er einen kleinen Verein unterstützen mag – aus „mal gucken“ wird „voll dabei“. Innerhalb eines Jahres leitet er den Zug, schreibt seine erste Büttenrede (nach gründlicher Erkenntnis, dass Chatbots Humor eher scheibchenweise servieren) und tritt als Karnevals-Grinch auf. Der Funke zündet: Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Regina übernimmt er Verantwortung, als der Stadt ein großes Prinzenpaar fehlt. Aus dem „man müsste mal“ wird „wir machen jetzt“ – mit Elan, Organisationstalent und viel Kontaktfreude. Heute steht Wolfgang als Prinz Wolfgang II. auf Bühnen und in Festzelten, mit einem Outfit, das bewusst anders sein darf – und mit dem Anspruch, Menschen zu begeistern, nicht bloß zu repräsentieren.

Tradition mit Rückgrat: Warum Brauchtum Arbeit macht – und Freude stiftet

Für Hajo ist der Verein Familienleben, Tagesordnung und Herzenssache zugleich. „Brauchtum ist alles“, sagt er – und meint damit die Verankerung in der Region, das Miteinander über Generationen hinweg und das Verantwortungsgefühl für Veranstaltungen, bei denen sich Menschen sicher fühlen sollen. Die Realität heute: Ein Umzug ist kein „Wagen an Wagen“ mehr, sondern eine Produktion mit Sicherheitskonzept, Sperren, Sanitätsdienst, Verkehrswacht, LKWs, Fahrern, TÜV und Brauchtumsnachweis. Vieles ist richtig und wichtig – aber die Kosten tragen die Vereine, die komplexen Abstimmungen kosten Zeit, Nerven und häufig auch Mut. Politisch ist Karneval allemal: Vereine müssen miteinander spielen, Kompromisse finden, Kritik aushalten und doch den Blick auf das Wesentliche richten – glückliche Besucher, gelebte Kultur, eine Stadt, die gemeinsam feiert. Hinter jeder Sitzung, jedem Umzug und jedem Auftritt stehen Freiwillige, die planen, organisieren und Verantwortung übernehmen, damit die Region ihren Herzschlag behält.

„Die letzten Hänger“: Ein Name aus der Kneipe, ein Lied aus dem Herzen

Manchmal fallen gute Ideen einfach in den Schoß – oder in die Theke. 1963 sitzt eine kleine Runde im Erkrather Weinhof, die „letzten an der Theke“, und beschließt: Wir machen Karneval. Der Vereinsname entsteht im Lachen und bleibt im Lied, als fröhliches Selbstverständnis, das heute noch zieht. Die Gesellschaft ist die älteste in Erkrath, getragen von Tradition und immer neu mit Leben gefüllt: Osteraktion mit Spenden für Kinder, Nikolaustüten zum Samstagsmarkt, Weinfeste mit Nachbarschaftscharme, Seniorenkarneval der Stadt Erkrath mit echter Zuwendung statt Pflichtprogramm. Das Motto des Zuges darf gern frisch sein, die Auftritte mit eigenem Ton: Wer den Grinch in Grün erlebt hat, weiß, dass Karneval auch ironisch, klug und warmherzig zugleich sein kann.

Nachwuchs, Social Media und die Kunst der Regelmäßigkeit

Jugendliche feiern leidenschaftlich – aber sie für Organisation zu gewinnen, ist vielerorts schwer. „Die letzten Hänger“ setzen daher auf eine Jugendabteilung, die breit denkt: Tanzgarde, ja, aber auch Musik, Gesang, Instrumente. Bereits 45 junge Menschen sind dabei, mit Lust auf Bühne, Verantwortung und Wir-Gefühl. So wird aus „Künstler teuer buchen“ hoffentlich öfter „eigene Talente fördern“. Parallel baut Wolfgang die digitale Sichtbarkeit aus: Facebook aus der Staubschicht befreien, Instagram etablieren, Inhalte regelmäßig planen und mit Bild, Video und KI-Tools veredeln. Der Algorithmus bleibt das streng gehütete Rezept, mal knallen 360-Grad-Schnipsel durch die Decke, mal lieben nur 50 Menschen das mühsam geschnittene Meisterstück. Die Lehre: Dranbleiben, nicht verzweifeln, echte Geschichten erzählen. Social Media ist längst Dreh- und Angelpunkt, um junge Leute zu erreichen, die Community zu informieren und Sponsoren zu überzeugen.

Zwischen Auflagen und Aufbruch: Warum Vereine auch Unternehmer sein müssen

Ein Karnevalsverein ist keine Kostenstelle mit Kicherbonus, sondern ein Planungsbetrieb mit kulturellem Auftrag. Wenn Bier und Bratwurst nicht verkauft werden, fehlt die Basis für den nächsten Umzug. Jede gelungene Veranstaltung ist Marketing für Heimat und Wiederkommen. Sicherheit ist nicht verhandelbar, aber sie kostet – und zwar die Vereine. Die Realität: LKW-Sperren, Fahrerhonorare, Sanitätsdienst und Verkehrswacht sind zu stemmen, ohne dass man an anderer Stelle weniger Herz investieren möchte. Für Hajo und Wolfgang heißt das: Professionell bleiben, Partner suchen, Prozesse verbessern, ehrenamtliche Kräfte entlasten. Der Blick nach vorn ist klar: Verjüngung und Verantwortung Hand in Hand. Jüngere an die Hand nehmen, erklären statt tadeln, Mut zum eigenen Ton, Bühne für neue Gesichter – und zusammen dafür sorgen, dass Erkrath nicht nur einmal im Jahr schunkelt, sondern sich das ganze Jahr über als Gemeinschaft fühlt.

Einladung: Werde Teil der Geschichte – bei uns im TV-Studio und auf unseren Kanälen

Wir von „Trude Kuh“ haben die Karnevalsgesellschaft „Die letzten Hänger“ 1963 Erkrath erlebt: vom Balkonmoment bis zur Blitzkarriere zum Prinzenpaar, vom liebevollen Seniorenkarneval bis zur turbulenten Zugplanung, vom Vereinslied aus dem Weinhof bis zur Jugendabteilung mit 45 Talenten und einem klaren Bekenntnis zu gelebtem Brauchtum. Wenn Du Deinen Verein, Deine Initiative oder Dein Unternehmen im TV-Studio sichtbar machen willst, melde Dich bei uns – mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat bieten wir enorme Reichweite und vielfältige Formate, um Geschichten zu erzählen und Marken stark zu platzieren. Auf unserer Website „Trude Kuh“ findest Du Hintergründe, im TV-Studio von „Trude Kuh“ zeigen wir Dir, wie Dein Auftritt entsteht, über Verein im Interview vorstellen kannst Du direkt anfragen, und bei unseren Werbemöglichkeiten für Unternehmen liest Du konkret, wie wir Kampagnen und Platzierungen denken. Wir von „Trude Kuh“ öffnen Dir Bühne, Publikum und Planungs-Know-how – wenn auch Du Deine Community stärken, Nachwuchs gewinnen oder Kunden begeistern willst, dann lass uns reden und gemeinsam dafür sorgen, dass Deine Geschichte die Menschen erreicht.

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