Wenn die Halle plötzlich leiser wird, weil alle den Atem anhalten, und eine einzige Person in die Mitte rollt, auf einem Rad, ohne Halt, dann zeigt sich, wie elegant Mut aussehen kann. Einradfahren ist die Kunst, Balance, Präzision und Ausdruck so zu verweben, dass aus Technik eine Erzählung wird – mal düster, mal verspielt, immer persönlich. Genau darüber spricht Einradsportlerin und Trainerin Mina Maischein vom TSV Dudenhofen im Gespräch – geführt von Redaktionsleiter Georg Mahn – in den Studios von „Trude Kuh“. Sie erzählt, warum der vermeintliche Randsport Menschen seit Jahrzehnten begeistert, was eine starke Vereinsstruktur möglich macht und wie viel Training hinter einer scheinbar mühelosen Kür steckt.
Tradition, die trägt: Der TSV Dudenhofen als Herz des Breitensports
1889 – ein Jahr, das weltweit als Startschuss der technischen Moderne gilt – wurde in Dudenhofen, einem Stadtteil von Rodgau, der Turn und Sportverein gegründet. Seither hat der Verein die Region geprägt, mit heute über 1500 Mitgliedern, rund 17 Sparten und mehr als 70 Trainerinnen und Trainern, die Woche für Woche um die 100 Übungseinheiten anbieten. Der TSV Dudenhofen verbindet Generationen: Tanzen, Fußball, Fitness, Blasorchester, Leichtathletik oder Schießsport – hier findet jede und jeder einen Platz. Dass ausgerechnet der Einradsport zu den prägenden Angeboten gehört, zeigt, wie offen der Verein neue Interessen aufgreift und daraus nachhaltige Gemeinschaft entsteht.
Einrad als Bühne: Von der ersten Runde zur beeindruckenden Kür
Mina Maischein begann mit sechs Jahren, angesteckt von der Begeisterung in ihrer Kindergartengruppe und getragen von freundlichen, fördernden Trainerinnen und Trainern. Was außen spielerisch aussieht, ist innen anspruchsvoll: Dragseat, Hopping, Side Ride – hinter jedem Trick steckt Technik, Koordination und Konzentration. Eine Kür ist mehr als die Summe der Bewegungen. Sie ist Präsentation, Musikdramaturgie, Thema und Ausdruck. Jede Sportlerin, jeder Sportler schneidet sich die Musik selbst, findet ein persönliches Thema, das zu Stil und Stärken passt. Mina fuhr zuletzt auf „World’s End“ – düster, kraftvoll – zuvor „Snow White“, leicht und elegant. Wer in der Halle steht, spürt die Nervosität vor dem Start: Die Konzentration muss halten, der Körper folgen, die Kreativität überzeugen. Doch die Bühne ist zugleich der Ort, an dem Selbstvertrauen wächst.
Ausbildung im Verein: Gruppen, Wege, Wettkämpfe
Die Einradabteilung des Vereins wurde Mitte der 1990er-Jahre gegründet und zählt heute rund 180 Mitglieder – ein Beleg für die Popularität eines Sports, der selten im Rampenlicht steht. Die Struktur ist klar: dreimal pro Woche Just-for-Fun- und Anfängergruppen, in denen freies Fahren, Aufsteigen und erste Tricks vermittelt werden. Dann die Aufbaugruppe, die Mina selbst trainiert – sie macht Kinder wettkampffähig, legt Basisfertigkeiten und bereitet die U15-Formation vor. Es folgen die Wettkampfgruppen: U15 mit Kindern zwischen acht und 13 Jahren, dann die 15+ Gruppe, in der Mina fährt. Möglich sind Einzelküren, Paarküren, Kleingruppen bis acht und Großgruppen – wer Einzel nicht mag, konzentriert sich auf Teamformate. Die Lernwege sind offen, aber klar: Basis zuerst, dann Schwieriges, und immer mit Augenmerk auf Präsentation – Armführung, Ausdruck, Timing.
Leistung und Länder: Von Hessen auf die Weltbühne
Leistung ist im Einrad messbar: Punkte für Schwierigkeit, Ausführung und Präsentation. Mina ist Vize-Junioren-Weltmeisterin Flat 2024, trat in Minnesota an und brachte jüngst von der hessischen Meisterschaft am 27. Juni den ersten Platz in U17 in der Einzelkür mit, dazu den zweiten Platz in Expert – Vize-Hessenmeisterin. International sind Deutschland und Japan starke Nationen im Freestyle, im Flat glänzen zusätzlich Athletinnen und Athleten aus den Niederlanden und Dänemark. Mit jeder Medaille wächst die Sichtbarkeit, doch Wettkämpfe kosten: Fahrt, Unterkunft, Material. Sponsoring ist im Randsport herausfordernd, denn viele Unternehmen orientieren sich an populären Disziplinen. Umso wichtiger ist eine Vereinsstruktur, die Nachwuchs fördert, Trainingszeiten bereitstellt und Gemeinschaft stärkt.
Von der ersten Runde bis 70+: Ein Sport für Mutige jeden Alters
Der Einstieg ins Einrad gelingt oft leichter, je jünger man ist – Kinder haben weniger Angst, lernen freies Fahren und Aufsteigen schneller. Der Verein stellt kleine 16-Zoll-Räder bereit, sodass schon Vierjährige behutsam ausprobieren können. Gleichzeitig gilt: Auch mit 50, 60 oder 70 ist der Anfang möglich. Die Oldie-Gruppe im Verein zeigt genau das. Höchstschwierige Tricks sind später meist nicht das Ziel, aber regelmäßiges Training verbessert Balance, Koordination und Körpergefühl. Angst vor dem Fallen? Unterschiedlich. Manche Kinder sind schreckhaft und vorsichtig, andere „machen einfach“ und fahren nach zwei Trainingseinheiten fröhlich ihre ersten Runden – beides hat Platz, beides bekommt die richtige Begleitung.
Materialfragen: Räder, Kosten und das kleine Detail der Pedale
Wer beginnt, leiht meist ein Vereinsrad. Wenn der Ehrgeiz wächst, folgt ein eigenes: zuerst robuste Stahlräder, später leichtere Aluräder für Wettkampf und Technik. Einrad ist kein preisloser Sport. Reifen, Pedale, Sättel, Sattelkappen – Verschleiß gehört zum Alltag. Dazu kommen Anmeldegebühren, Fahrtkosten und Unterkünfte für Turniere, besonders bei Weltmeisterschaften, die demnächst etwa in Österreich gastieren. Spenden helfen, Anschaffungen und Reisen zu finanzieren, damit junge Talente nicht an Kosten scheitern. Hier zeigt sich die Stärke des Breitensports: Viele Schultern tragen gemeinsam, was Einzelne nicht stemmen könnten.
Teamgeist auf einem Rad: Wenn Zwillinge nach Ibiza rollen
Paarküren und Kleingruppen machen sichtbar, wie Teamgeist im Einrad funktioniert. Zwillinge Annabell und Sophie fahren ihre dritte gemeinsame Kür, synchron und musikalisch stimmig, mit Themen wie „Ibiza“, die Rhythmus vorgeben und Bewegungen verknüpfen. Dragseat mit sauberem Aufheben, Hopping mit sauberem Landen, kleine Drehungen auf engem Raum – und immer „Präsi“, wie Mina sagt: Armbewegungen, Gesichtsausdruck, die Fähigkeit, das Publikum mitzunehmen. Lara und Lina wurden bei der hessischen Expert Dritte in der Paarkür, holten den Pokal und trainieren weiter Richtung WM. Auch wenn die große Halle in den Ferien geschlossen ist, nutzt die Abteilung die Einfeldhalle intensiv: nahezu täglich, individuell, fokussiert. Für viele ist Einrad längst mehr als Sport – es ist der Ort, an dem Freundschaften wachsen und Ziele greifbar werden.
Einladung: So kommst Du zu uns ins TV-Studio und in die Werbung
Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, wenn Du Deinen Verein im TV-Studio zeigst, denn wir fassen hier kurz zusammen: Der TSV Dudenhofen verbindet seit 1889 Generationen im Breitensport, die Einradabteilung mit rund 180 Aktiven bietet von Anfängergruppen bis zu Wettkampfformationen ein breites Angebot, und Einradsportlerin und Trainerin Mina Maischein zeigt, wie Kreativität, Präzision und Teamgeist zusammen eine Kür zum Erlebnis machen – wenn Du Deinen Verein vorstellen möchtest oder auf der Suche nach starker Reichweite für Unternehmenswerbung bist, dann melde Dich bei uns. Mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat bieten wir enorme Sichtbarkeit mit vielfältigen Platzierungen und maßgeschneiderten Formaten; informiere Dich gerne über „Trude Kuh“ unter „Trude Kuh“, erhalte einen Einblick ins TV-Studio von „Trude Kuh“, nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen und entdecke unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ machen spannende Vereinsporträts möglich – wenn auch Du Deinen Verein sichtbar machen willst, komm ins Studio, und wenn Du als Unternehmen Reichweite suchst, dann sprich mit uns über wirkungsvolle Werbeflächen und Kampagnen.