Es war ein herrlich bodenständiger Moment mit nostalgischem Einschlag, als der Fernmeldemuseum Leer e. V. das TV-Studio der „Trude Kuh“ Vereinsförderung in Saterland besuchte. Zwischen Studiolicht und Regiepult wehte plötzlich der Hauch einer Zeit, in der ein Anruf nicht mit einem Wisch, sondern mit einem Drehscheibenton begann. Im Talk mit Georg Mahn, Redaktionsleiter bei der „Trude Kuh“ Vereinsförderung, erzählte der erste Vorsitzende Walter Brückmann von Kabeln, Klingeltönen und kuriosen Verbindungen – eine kleine Zeitreise mit großer Wirkung.
Was piepst denn da? – Der Verein bewahrt Technik, die mal Alltag war
Gegründet wurde der Verein im September 1992 – also zu einer Zeit, als der Euro noch eine Währung der Fantasie war und Handys so groß wie Brotdosen durch die Gegend getragen wurden. Damals wie heute geht es dem Fernmeldemuseum Leer nicht um Technikverliebtheit oder Selbstzweck, sondern um das Bewahren von Geschichte, die sonst einfach verschwinden würde. Und diese Geschichte klingelte, summte, brummte und rauschte. Wer heute das Museum besucht, taucht ein in eine Welt, in der Kommunikation noch hörbar mechanisch war. Zu bestaunen gibt es dort nicht nur Fernsprecher aus Kaisers Zeiten, sondern ganze Telefonanlagen, Vermittlungstechnik, Schalttafeln und sogar voll funktionsfähige Standleitungen, die einst dafür sorgten, dass die Bundespost mit deutscher Gründlichkeit verbunden blieb. Alles, was früher wichtig war, wird hier nicht nur ausgestellt – es funktioniert teils auch noch. Die Geräte dürfen benutzt, ausprobiert, bestaunt werden. Und genau das ist es, was den Charme des 300 qm großen Museums ausmacht. Kein bloßes „Bitte nicht berühren“, sondern ein echtes Erleben, bei dem auch jüngere Generationen begreifen, wie viel Aufwand hinter einem simplen Anruf steckte. Übrigens: Gerne können sich über unser Formulare alle Vereine zum Interview anmelden und uns im TV-Studio besuchen
Vom Hobby zur Institution – Ehrenamt mit Leidenschaft und Lötkolben
Fünf Personen bilden den aktuellen Vorstand des Vereins – allesamt mit Technikverstand, Leidenschaft und, das merkt man sofort, einer ansteckenden Portion Humor. Allen voran Walter Brückmann, der nicht nur Details zur Vereinshistorie kennt, sondern zu jedem Exponat auch eine kleine Anekdote auf Lager hat. Da wird die alte Wählscheibe schnell zur Zeitreise, der Vermittlungsplatz zur Bühne für Geschichten von Notrufen, Liebesgeständnissen und kuriosen Fehlverbindungen. Was als Hobby begann, hat sich längst zu einer festen Größe in der ostfriesischen Museumslandschaft entwickelt. Der Verein pflegt Kooperationen, organisiert Führungen für Schulklassen, Technikinteressierte und Nostalgiker und ist regelmäßig auf Messen oder Veranstaltungen vertreten, bei denen das gute alte „Tuut-tu-tuut“ mehr Applaus bekommt als jedes WLAN-Symbol.
Zwischen Museumsstücken und Menschlichkeit – Der Verein lebt von Begegnung
Es sind aber nicht nur die Geräte, die das Fernmeldemuseum besonders machen. Es ist die Atmosphäre. Wer das Museum betritt, wird nicht mit QR-Codes, Audioguides oder sterilem Ausstellungsdesign erschlagen, sondern mit einem freundlichen „Moin“, einem Schraubenzieher in der Hand und der Einladung, selbst Teil dieser Geschichte zu werden. Man merkt schnell: Hier wird nicht nur Technik konserviert, sondern auch das Zwischenmenschliche, das mit ihr einherging. Kommunikation war früher mehr als eine Textnachricht – sie war ein Moment, sie hatte Geräusche, Pausen, Überraschungen. Genau das fängt der Verein ein, bewahrt es, feiert es – mit Hingabe und Humor. Dass die „Trude Kuh“ Vereinsförderung genau solche Projekte unterstützt auf diese Weise Vereine im TV-Studio vorstellt, ist kein Zufall. Der Besuch im Studio war nicht nur eine willkommene Bühne für die Vereinsarbeit, sondern ein Appell an uns alle, nicht zu vergessen, wie sich Fortschritt anfühlte, als er noch klapperte und klickte.

