Vereine vorstellen 16. Juli 2026

Nevim Krüger und Grete Stedler von Pfad Niedersachsen zu Gast bei „Trude Kuh“

Ein leiser Satz kann manchmal ein ganzes Leben verändern. Komm zu uns, wir geben dir ein Zuhause. Wer diesen Satz annimmt, bringt selten nur einen Koffer mit, sondern eine Geschichte, die oft mehr Fragen stellt als beantwortet. In den „Trude Kuh“ TV-Studios sprach Redaktionsleiter Georg Mahn mit Nevim Krüger, der ersten Vorsitzenden von Pfad Niedersachsen, und Vorstandsbeisitzerin Grete Stedler über genau jene Lebensgeschichten: Kinder, die zu Pflege- oder Adoptivfamilien kommen, nachdem sie Vernachlässigung, Gewalt oder schwere Unsicherheit erlebt haben. Es ist die zweite Chance – schön, aber anspruchsvoll. Und es ist die Aufgabe eines Vereins, der zuhört, stärkt und politisch wie praktisch dafür kämpft, dass aus guten Entscheidungen stabile Zukünfte werden. Das Gespräch führte Moderator Georg Mahn.

Wenn Sicherheit alte Wunden weckt

Pflege- und Adoptivfamilien schenken einen neuen Alltag aus Wärme, Ritualen und Verlässlichkeit. Doch gerade diese Sicherheit öffnet die Tür für alte Erfahrungen, die sich erst dann zeigen, wenn Kinder sich geschützt genug fühlen. Das ist kein Zeichen von Scheitern, sondern von Heilung, die beginnt. Nevim Krüger erläutert, dass viele Kinder mit schwersten Vorerfahrungen in neue Familien kommen. Traumatisierungen durch Vernachlässigung, Misshandlungen oder Gewalt prägen die Entwicklung – oft unsichtbar am Anfang, spürbar, wenn Kindergarten, Schule und soziale Erwartungen dazukommen. Dann braucht es Familien, die wissen, was zu tun ist, und Strukturen, die diese Familien nicht allein lassen.

Grete Stedler beschreibt aus langjähriger Praxis den Moment, in dem die Vergangenheit anklopft: Wenn Kinder angekommen sind, holt sie die Sicherheit ein und erlaubt, dass Negatives bearbeitet werden kann. Das klingt nach Theorie, ist aber alltägliche Verantwortung. Genau hier setzt Pfad Niedersachsen an: mit Wissen, Orientierung, Zuhören und Begleitung. Denn Liebe ist entscheidend, aber Liebe allein ist nicht immer Therapie.

Warum eine Interessenvertretung unverzichtbar ist

Jugendämter tragen das Wächteramt, Familiensenate entscheiden – die Rechtslage ist gut gemeint und solide. Doch die Umsetzung steht unter Druck, Personal fehlt, Zeit ist knapp. Pfad Niedersachsen sieht sich nicht als Ersatz der Behörden, sondern als ergänzende Selbstvertretung aus eigener Erfahrung. Der Landesverband besteht aus Menschen, die selbst Pflege- und Adoptivfamilien sind. Sie wissen, wie sich Ohnmacht anfühlt, wenn Diagnosen fehlen, wenn Herkunftsgeschichten lückenhaft sind oder wenn Hilfe erst da beginnt, wo die Krise schon brennt.

Eine besondere Herausforderung ist FASD, die fetale Alkoholspektrumstörung. Sie ist weit verbreitet, wird aber häufig verkannt oder mit ADHS verwechselt. Krüger macht deutlich, dass in Pflege- und Adoptivfamilien überproportional viele Kinder mit FASD leben. Der Alltag verlangt dann nicht nur Geduld, sondern spezifische Förderung, passende Therapien und klare Diagnostik. Pfad Niedersachsen vernetzt sich bundesweit, arbeitet mit Fachverbänden zusammen und treibt das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit, damit Hilfe nicht am Etikett scheitert.

Niederschwellige Hilfe, die wirklich trägt

Was Familien oft am dringendsten brauchen, ist eine erreichbare Nummer und ein offenes Ohr. Pfad Niedersachsen betreibt ein Sorgentelefon mit rund 800 Stunden jährlicher Verfügbarkeit. Hier darf alles gesagt werden: das Unverständnis über ein plötzlichen Verhaltensausbruch, die Angst vor dem nächsten Schultermin, die Frage nach der richtigen Therapie, der Frust eines Hilfeplanverfahrens. Jeder Anruf ist anders – und oft der Beginn einer Begleitung, die in Krisengesprächen mit Schule oder Jugendamt weitergeht. Der Verein ist in Niedersachsen aktiv, begleitet aber auch Familien über die Landesgrenzen hinaus, wenn es nötig ist.

Genauso wichtig ist der Austausch. Stedler betont, wie entlastend es ist, zu erleben, dass andere ähnliche Situationen kennen. Veranstaltungen, Fortbildungen mit Kinderbetreuung, Bildungsreisen und Treffen schaffen Räume, in denen Wissen und Wärme zusammenkommen. Traumatisierung, Pubertät, Familiendynamik – all das wird fachlich eingeordnet und praktisch besprechbar. Es ist die Mischung aus Kompetenz und Gemeinschaft, die Familien stärkt, bevor es brennt.

Zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und politischer Realität

Die Gesetzeslage ist eigentlich gut – die Realität oft eine Frage der Ressourcen. Sparzwänge treffen auch den Kinder- und Jugendhilfebereich, obwohl die Kosten aus Gründen steigen: Mit dem Kita-Rechtsanspruch, besseren Standards im Kinderschutz und wachsender Sensibilität für Gewaltfälle soll verhindert werden, dass die Namen tragischer Schicksale wieder Schlagzeilen schreiben. Trotzdem sterben in Deutschland statistisch jede Woche zwei Kinder durch Gewalt im direkten Umfeld. Das sind Zahlen, die nicht übersehen werden dürfen. Pfad Niedersachsen veröffentlicht Stellungnahmen, mischt sich in politische Debatten ein und erinnert daran, dass Kinderschutz keine Reserveposition im Haushalt ist. Wer hier spart, zahlt später hoch – mit Biografien, die mehr Unterstützung brauchen, und mit Familien, die ohne Netz stürzen.

Pflegefamilien als kraftvolle Quelle von Wachstum

Pflegefamilien haben keine starke Lobby, sagt Krüger. Mal wird ihnen vorgeworfen, es ginge um Geld, mal heißt es, sie hätten es sich selbst ausgesucht. Beides verfehlt die Realität. Pflege und Adoption sind Entscheidungen für Verantwortung – und sie sind, bei aller Anstrengung, zutiefst erfüllend. Stedler erzählt von eigenen Erfahrungen über Jahrzehnte hinweg: Wer schwierige Phasen gemeinsam meistert, wächst mit seinen Aufgaben. Leibliche Kinder und Pflegekinder lernen voneinander, Familien erweitern ihren Blick auf die Welt, gewinnen Selbstbewusstsein, Resilienz und ein Verständnis für Verwundbarkeit, das sie zu starken Menschen macht.

Diese Kraft zeigt sich auch in den Glücksmomenten: Wenn ein Kind wieder aufsteigen will, wenn Vertrauen tragfähig wird, wenn eine Diagnose endlich passt und der Alltag planbar wird. Der Verein organisiert Fortbildungen zu Recht und Justiz, sorgt für Kinderprogramme, vernetzt mit Bundesverbänden, macht FASD sichtbar und schafft Erlebnisse, die Halt geben – vom Heidepark-Besuch bis zur Bildungsreise. Alles mit einem Ziel: dass Kinder, die länger zum Aufsteigen brauchen, sitzen bleiben dürfen.

Deine Einladung: Gemeinsam vorstellen, vernetzen und werben mit „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ laden dich herzlich ein: Wenn du mit deinem Verein Pfad Niedersachsen und seine Arbeit für Pflege- und Adoptivfamilien kennengelernt hast, wenn dich Fakten wie die Bedürfnisse traumatisierter Kinder, die Bedeutung von Diagnosen bei FASD, das Sorgentelefon von rund 800 Stunden im Jahr oder die politische Forderung nach verlässlichem Kinderschutz bewegen, dann melde dich bei uns, damit wir deinen Verein im TV-Studio vorstellen können. Du findest alle Infos über uns direkt bei „Trude Kuh“ unter „Trude Kuh“ und kannst dir gleich einen Eindruck vom TV-Studio von „Trude Kuh“ verschaffen. Wenn du deinen Verein im Interview vorstellen möchtest, freuen wir uns auf deine Nachricht – wir fassen die wichtigsten Inhalte eines Gesprächs so zusammen, dass sie Menschen erreichen, die helfen wollen. Und falls du ein Unternehmen vertrittst: Mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat bietet „Trude Kuh“ starke Reichweite und kreative Formate; schau dir gerne unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen an, denn wenn du Sichtbarkeit suchst, liefern wir Bühne und Publikum. Wir von „Trude Kuh“ machen Geschichten sichtbar, vernetzen gute Initiativen und geben dir die Plattform, die du brauchst – wenn auch du deinen Verein vorstellen oder deine Marke aufmerksamkeitsstark platzieren willst, dann lass uns sprechen und gemeinsam Wirkung entfalten.

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